GdB 30

Nach einem Neuantrag und auch einem erneuten Widerspruch, den ich mit Hilfe einer Sozialarbeiterin verfasste, kommt immer wieder die gleiche Antwort: Es kann nichts neues festgestellt werden, da es keine Verschlechterung bei mir gibt. Dabei möchte ich ja nur, dass anerkannt wird, was überhaupt da ist. Endometriose kommt zu den psychischen Sachen ja auch noch dazu. Ich habe mich dazu belesen, dass man anscheinend für Traumafolgestörungen nicht so hoch eingestuft wird. Wie kann das sein? Wie sind eure Erfahrungen? Für mich wäre das vor allem relevant für’s Studium und etliche Anträge. Gerade bin ich an dem Punkt, dass ich mich damit einfach abfinde, weil ich so viel für die Abschlussprüfungen lernen muss und einfach keine Kraft habe. Immer heißt es nur: „Widerspruch abgelehnt“ zuletzt habe ich sogar beschrieben inwieweit sich meine Erkrankungen auf meinen Alltag auswirken. Mein subjektives Empfinden zählt aber anscheinend auch nicht.

10 Gedanken zu “GdB 30

  1. Mhhh also die Stellungnahme von einer Psychiaterin ist entscheidend. Und tatsächlich wie sehr das Leben von Amtswegen eingeschränkt ist. Ich habe mit pDIS, davor mit Borderline und ptbs allein schon 70. Liegt wohl auch an der Erwerbsminderung und Rente. Ich denke es ist möglich. Die sehen halt eher die Funktionalität. Vielleicht an einen Pflegedienst für Begutachtung wenden. Und was von einem Psychiater wird helfen. Es scheint mir aber auch recht wahllos. Behindertenbüro der Stadt anfragen. Ist okay Rathaus. Ggf an die psychiatrische Ambulanz der Umgebung wenden für eine Stellungnahme. Es muss beschrieben werden,dass es einen chronischen schweren Verlauf hat. Es gibt da eine Formulierung, die entscheidend ist. Ich schaue die daheim mal nach. Meine Ärztin nimmt die immer und mit dieser gehen Ämtern die Gegenargumente aus. Das Amt muss sehen,wie oft du wegen der Erkrankung nicht konntest,wie du wolltest. Klinik etc.
    Es tut mir sehr leid,dass das Amt dich so abspeist. Unfassbar

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    1. Vielleicht bekomme ich jetzt so wenig, weil ich wieder zur Schule gehe und quasi funktional genug bin was zu machen. Aber das ist ja auch erst seit 2020 so. Ich überlege gerade, welche Stelle ich am besten um Hilfe dabei bitte und ob ich auch die Unterlagen von Lageso anfordere, weil ich gerne nachvollziehen würde, wie die auf die 30 kommen. Da steht im Bescheid ja auch überhaupt nichts zu. Angefangen zu zweifeln habe ich auch schon und dachte, na wenn die das sagen, dann steht es mir vielleicht gar nicht zu und ich bin gar nicht so beeinträchtigt. Mein Alltag sagt aber etwas anderes.

      Ich habe eine Psychiaterin, zu der ich im Mai sowieso wegen einem Gutachten muss. Wenn du den Satz noch findest, wäre das super! 🙂

      Danke für die Hilfe und ausführliche Antwort, das gibt mir schon mal einen weiteren Plan! 🙂

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      1. Wir haben auch zuerst nur 30 bekommen. Die haben nur Depressionen berücksichtigt und so etwas wie kPTBS erkennen die gar nicht an, so die Auskunft.
        Wir haben da aber auch volle Erwerbsminderungsrente bekommen und uns beschwert, dass wir wegen der Behinderung nicht mal arbeiten können. Da haben sie uns 50 zugestanden und das wars.

        Da die immer nach Akten entscheiden und die Person, die es entscheidet nicht mal Ahnung hat, braucht es genaue Beschreibung wie sehr es das Leben einschränkt und diese muß natürlich auch von den Ärzten/Therapeuten bescheinigt sein.
        Dieser Satz würde mich allerdings auch interessieren. Denn sollten wir uns entscheiden den Antrag noch einmal zu stellen, dann wär es sehr relevant. Nicht jeder Arzt hat Erfahrungen auf dem Gebiet und es kommt wirklich darauf an was die schreiben. Davon hängt auch ab, ob man so eine Rente bekommt oder nicht. Sahen wir bei unserem Mann. Und deshalb ist es auch relevant Ärzte zu haben, die sich mit Trauma und DIS auskennen, damit sie entsprechend auch erfassen können was wir so täglich durchstehen und es entsprechend auch beschreiben.

        Wir hatten schon öfters mal so Berichte gesehen, die hatten dann nicht mal einen Hauch dessen erfaßt, was bei uns tatsächlich abgeht. Und dann wundert es überhaupt nicht, wenn Leute, die nicht annähernd mehr klar kommen (ich denke gerade an eine Mitpatientin aus der Klinik) arbeiten geschickt werden, diese aber nicht mal beim Frühstück eine zufällige Berührung vertragen ohne über lange Zeit zu erstarren…

        Mich ärgert das. Gerade Menschen, die über den Grad der Behinderung entscheiden, sollten Ahnung haben. Aber ne, das machen irgendwelche Büro Angestellte.
        Tschuldigung für die Aufregung.
        Aber bitte, glaubt nicht, es wäre nicht schlimm was mit euch ist, nur weil so Seselpupser es nicht besser wissen und nur weil ihr all eure Kraft für die Schule aufbringt und deshalb funktioniert. Das heißt nicht, dass ihr nicht leidet und keine Hilfe braucht.
        Ich sende euch ganz viel Kraft ♥️

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      2. Ich bin da voll und ganz bei euch mit dem Aufregen! Vor allem wenn man sich mit dem Thema auskennt und ja selbst betroffen ist, ist es für einen selber nicht nachvollziehbar mit dem Blick auf die Diagnosen nur 30 zu bekommen(egal ob ich gerade zur Schule gehe oder nicht).

        Vor allem wenn man sonst jahrelang therapeutische Kontexte mit den Diagnosen gesprengt hat und da zu „schwer“ war. Mich regt vor allem auf, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie eine fremde Person darüber entscheiden kann und mich nicht mal kennt. Ich habe ja jetzt wieder einen Monat Zeit für einen Widerspruch, aber muss mich auf die Prüfungen konzentrieren. Werde dann erstmal nur die Unterlagen anfordern und Widerspruch einlegen, um den Prozess weiter im Gang zu halten. Weil nochmal einen neuen Antrag will ich auch nicht stellen(wäre dann der Dritte!).

        Danke, die wünsche ich euch auch.♥️

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      3. Ja, denen geht es absolut am Popo vorbei! Aber ich hab entschieden, dass ich mich da durchkämpfe. Was das Studium angeht und den Sonderantrag, kann ich reinschreiben, dass ich GdB 30 habe, mich aber im Widerspruchsverfahren befinde. Das hat mir die nette Beratungsfrau der Uni gesagt. 🙂 Trotzdem fühlt man sich so einfach gar nicht ernst genommen mit 30. Das fühlt sich einfach jedes Mal wie ein Schlag ins Gesicht an.
        Da hängen ja einfach wichtige Hilfen dran!

        Mega ätzend!

        Und danke♥️ eure Worte haben mich nochmal angespornt mir das nicht gefallen zu lassen und weiter darum zu kämpfen. 🙂

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  2. Hallo Mondmädchen,

    Also ich habe nochmal geschaut . Kennst du Rapunzels Blog? Sie hat extrem um den GdB gekämpft und sogar Merkzeichen. Sie bietet beim Kämpfen Hilfe an. Hier der link dahin https://ptbs.blog/2021/03/19/urteil-merkzeichen-h/

    Ich habe nochmal nachgelesen was bei mir oft geschrieben wurde. Wichtig ist „chronifizierter krankheitsverlauf. Komplexes symptombild, persistierende Symptomatik, diverse therapien erfolgt, massive Einschränkungen, weitere Therapie zwingend erforderlich um krankenhausaufenthalte zu verringern. Diverse stationäre therapien erfolgt“ die Rentenversicherung schrieb mir einst. „Eine Reha wird abgelehnt, da durch diese keine Verbesserung des Gesundheitszustandes erwirkt werden uns ebensowenig eine Verschlechterung verhindert werden kann.“ Diese Aussage nimmt bis heute allen Behörden den Wind aus den segeln. Denn dies erfordert laut SGB Buch 12 diverse Hilfen. Also wäre hier die drohende erwerbsunfähigkeit durch zu wenig Hilfe der Punkt wo Behörden nicht mehr sich querstellen. Weil das dem Staat Geld kostet…. ich hoffe dies konnte ein wenig helfen.

    LG die Berries

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  3. Wir haben vor etwa einem Jahr auch einen Antrag gestellt und damals nur 60 GdB erhalten, weil es uns sehr schwer fällt offen über unsere Probleme zu schreiben und das innerlich auch gar nicht erlaubt ist. Den Widerspruch hat dann meine Verlobte geschrieben, die sowieso mehr Überblick und keine inneren Verbote hat und wir haben daraufhin einen GdB von 80 bekommen inklusive Merkzeichen G und B. Es lohnt sich also zu kämpfen! Uns wurde auch gesagt, dass es nicht auf die Diagnosen ankommt, sondern auf die Einschränkungen im alltäglichen Leben. Man muss also explizit beschreiben, wie der Alltag aussieht und wo die Probleme liegen. Es reicht nicht zu schreiben, dass man z.B. chronische Schmerzen hat, sondern man muss an Beispielen verdeutlichen, wie sehr die Schmerzen im Alltag einschränken und was man nicht mehr kann. Am besten so detailliert wie möglich. Diese Ämter haben oft keine Ahnung von Traumafolgestörungen, deswegen muss man vieles erklären. Bei uns war es aber dann am Ende wie gesagt kein Problem mehr und unser Ausweis wurde auch unbefristet ausgestellt, was eigentlich eher selten der Fall ist. Viel Glück 🍀 🧡

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