Die letzten Tage – Zukunftsgedanken

Ich habe diese Tage genutzt um mein Leben nochmal zu überdenken. Wie ich es mir vorstelle, wo ich hin möchte, was ich machen will. Vor allem die derzeitige Wohnsituation gibt ganz viel Anstoß, zu wissen, was ich nicht mehr möchte. Auch hatte ich zwei Telefonate mit einer Frau, die mir mit meinem Nachteilsausgleich helfen wird. Sie arbeitet mit vielen Schulen in meiner Stadt zusammen und hat mir im Vertrauen erzählt, dass meine Schule sich da quer stellt und sie sowas mit den anderen Schulen nicht hat. Ich ging davon aus, dass gerade eine Schule für Sozialwesen, Menschen mit Behinderungen fördert und unterstützt, oder wenigstens ihre Rechte achtet. Des weiteren erzählte sie mir, dass sie gerne schon häufiger damit an die Öffentlichkeit gegangen wäre, wie der Zustand an meiner Schule in diesem Bereich ist, sie es aber aufgrund ihres Jobs nicht kann. Krasse Informationen, aber auch sehr hilfreich, weil ich nun weiß, dass die Diskriminierung, die ich die ich erlebte, so wie die ungerechte Behandlung und Benotung eines Lehrers an dieser Schule gebilligt wird. Und, dass es nicht an mir liegt. Schon heftig, dass ich jetzt ausgerechnet an dieser Schule gelandet bin. Aber ich werde für mein Recht kämpfen und wenn alles gut läuft habe ich in einem halben Jahr schon meinen Abschluss in der Tasche. Aus dieser Erfahrung nehme ich mit, dass ich mir genau anschaue, an welche Uni es mich dann verschlägt. Viele Unis, die ich mir online angeschaut habe, hatten sogar schon auf der Website einen Hinweis für Menschen mit Behinderung/chronischer Erkrankung und dort wurde schon der Nachteilsausgleich erwähnt. Dass es Ansprechpersonen gibt, wäre mir sehr wichtig. Die Frau, die mich gerade damit unterstützt, sagte mir zum Schluss auch noch wie beeindruckt sie davon ist, wie viel ich schon an mir gearbeitet habe und wie weit ich gekommen bin. (In Bezug auf die Symptome der komplexen Traumatisierung und dem Umgang damit) Ich erwiderte erfreut, dass es schön für mich ist sowas zu hören, da diese Art von Arbeit nicht oft anerkannt wird. Sie sagte, dass sie weiß, dass das was ich erreicht habe nicht in einem halben Jahr möglich ist, da sie auch als Therapeutin arbeitet (das erklärt auch warum sie Begriffe wie komplexe Traumatisierung und Dissoziative Störungen einzuordnen weiß) Das war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung, dass jemand meine Leistung anerkennt. Und zwar nicht die Noten in der Schule, sondern all das drum herum, was ich sonst noch stemme mit einer so bescheidenen Voraussetzung an dieser Schule.

Bisher habe ich ja noch keine finanzielle Unterstützung des Fonds erhalten, aber mich würde interessieren, was alles potentiell unterstützt werden würde? Ein Traum von mir, um noch mehr Unabhängigkeit zu haben wäre es, meinen Führerschein zu machen. Was finanziell nie möglich war. Wisst ihr, ob da eine Chance besteht, wenn ich es begründe? Versuchen könnte ich es jedenfalls, selbst wenn ich erst in drei Jahren eine Antwort erhalte. 😉

Ansonsten war dieses Weihnachten entspannt, weil es nicht viel mit Weihnachten zu tun hatte. Letztes Jahr verbrachte ich mit einer ehemaligen Mitpatientin und es war einfach nur sehr anstrengend. Dieses Jahr gab es keinen Druck funktionieren zu müssen. Mir macht eher Silvester sorgen, weil ich an dem Tag oft Zusammenbrüche hatte oder starke Dissoziationen und Flashbacks. An die ich mich aber nicht mehr erinnere, aber eine Ahnung habe worum es geht. Letztes Jahr war ich über Stunden in einer Erstarrung gefangen gegen 22 Uhr bis ?. Mal sehen wie dieses Jahr wird. Eine Freundin hat mich zu sich eingeladen, aber ihr Freund wird auch da sein, den ich nicht mag, also mal gucken.

Ich hoffe ihr habt die letzten Tage alle so gut wie möglich überstanden. Sende ganz viel Liebe an euch!

„Viele Betroffene erfahren durch den Umgang mit ihren Anträgen eine regelrechte Retraumatisierung.“

Aus gegebenem Anlass, lasse ich mich hier noch einmal über den Fonds sexueller Missbrauch aus. Seit dieser bewilligt wurde, erhielt ich seither noch keine Antwort auf vier eingereichte Rechnungen. Gerade stottere ich sie über Ratenzahlung ab, die mein Vater nun übernommen hat, weil mein geringes Bafög das nicht hergibt. Es entsteht dadurch wieder eine Abhängigkeit zu ihm, was Ohnmachtsgefühle auslöst. Meine Therapeutin sagt immer das sei ja wohl das mindeste, was er tun kann, weil ich durch seine Vernachlässigung überhaupt erst in die Kreise gerutscht bin, in denen Missbrauch passierte. Sie sieht es als Schmerzensgeld, ich als weitere Belastung. Denn in meiner Familie hinterlässt das einen bitteren Beigeschmack. Es verhindert auch, dass ich den Kontakt zu meinem Vater mehr abbreche, weil ich mich schuldig fühle in dieser notdürftigen Situation zu sein, etwas von ihm zu brauchen. Gerne wäre ich schon an dem Punkt, an dem ich finanziell alleine sorgen kann und die Kosten für Zahnbehandlungen etc. alleine tragen kann. Meine finanzielle Situation ist auch eine Spur, die das Trauma hinterlassen hat. Die Spuren ziehen sich wie ein roter Faden, durch meinen kompletten Lebenslauf und auch durch meinen Alltag. Es macht mich wütend, da ich mich immer noch in einer bedürftigen, hilflosen Lage bin, die auch wieder Ohnmacht und Scham auslösen.

Letzten Freitag erhielt ich jedenfalls eine Nachricht, dass Sie sich für die lange Bearbeitungszeit entschuldigen und drei Rechnungen erhalten haben. Eine IBAN sei aber unvollständig, deswegen sollte ich nochmal das Formular ausfüllen. Tat ich sofort und schickte es per Mail. Eigentlich müsste man meinen, dass wenn nur die IBAN fehlte, es fix ergänzt und bearbeitet wird. Müsste man meinen, aber ich rechne mit erneuter langer Wartezeit.

„Die Welt“ hat im Sommer 2020 einen Artikel über diese Missstände des Fonds verfasst: (TRIGGERWARNUNG: Die Videos im Artikel beziehen sich nicht auf den Artikel, sondern auf Fälle von Kindesmissbrauch)

https://www.welt.de/politik/deutschland/article209281001/Finanzielle-Hilfe-Wie-der-Staat-Missbrauchsopfer-hinhaelt.html

Besichtigung und andere Probleme

Ich habe morgen eine Besichtigung zur Zwischenmiete und habe versucht mich mit meiner jüngeren Schwester darüber auszutauschen. Denn es gibt einige Hürden, welche das mit sich bringen würde, aber ich bin gerade bereit zu kämpfen und brauche jemanden, der mir sagt „du schaffst das schon“ anstatt „oh man das klingt kompliziert…“ Deswegen sollte ich eigentlich niemanden in meine Pläne einweihen, das verpasst mir echt einen Dämpfer. Ich weiß, dass es kompliziert ist, aber ich möchte es trotzdem gerne versuchen. Sie selbst verdient zurzeit gut Geld und hat eine schöne Neubauwohnung, in der man seine Nachbarn nicht hört. Natürlich klingt es aus dieser Sicht kompliziert und anstrengend, aber von hier unten geht es nur rauf und das halt nicht umsonst, sondern ich muss mir den Arsch abrackern.

Jedenfalls sagt die Wohnungsgenossenschaft, dass die übliche Kündigungsfrist von drei Monaten gilt, sie mir aber versuchen wollen entgegen zu kommen, wenn ich etwas neues finde, sie aber nichts versprechen können. Ich würde meine jetzige Wohnung gerne entweder untervermieten, oder einen Nachmieter vorschlagen und so schneller raus kommen.

Dann wird mein Bafög, weil es so gering ist vom Jobcenter aufgestockt, was bedeutet ich müsste mir da erst wieder die Genehmigung für den Umzug einholen. Ich hoffe, dass mir meine Therapeutin bescheinigt, wie schlecht es für meine Gesundheit ist, aber zurzeit kann ich mich auf sie nicht verlassen. Jedenfalls macht mir das am meisten Bauchschmerzen wieder daran gebunden zu sein…

Außerdem müsste ich zur Schule eine halbe Stunde länger fahren, als ich sonst fahre, was es mir für Ruhe aber wert wäre. Der Frau, die ihr Wohnung zur Zwischenmiete anbietet, da sie mit ihrem Freund zusammen gezogen ist, habe ich schon von meinem jetzigen Auszugsgrund erzählt und werde auch morgen nochmal fragen wie hellhörig sie ist. Die Miete wäre jedenfalls in meinem Budget. Das erste seit längerem was passen könnte…

Gerade bin ich frustriert meiner Schwester davon geschrieben zu haben, aber ich muss es doch versuchen. Weitere neun Monate hier halte ich nicht aus!

Für mich selbst sorgen (tw:Suizid)

Gestern ging wirklich gar nichts mehr und ich lag völlig überreizt, mit schmerzendem Körper im Bett. Heute beschloss ich, mich krank schreiben zu lassen und dafür zu sorgen, dass mein Zustand nun erstmal besser wird. Lernen und nachschreiben kann ich immer noch, aber nicht komplett zusammenbrechen steht nun erstmal im Fokus. Ich habe aber auch Angst davor, dass meine Nachbarn durch den Lockdown rund um die Uhr da und somit rund um die Uhr zu hören sind. Ich sehne mich nach Ruhe. Der Ärztin schilderte ich grob, was gerade alles los ist und sie fragte, ob sie sich sorgen müsse, dass ich akute Suizidgedanken hätte. Ich war verdutzt über die Frage und auch froh zu merken, dass ich sie absolut mit „nein“ beantworten kann. Danach fragte ich mich, was davon sie das hatte denken lassen. Vielleicht die Fülle an sich. Jedenfalls fand ich es super, dass sie direkt nachgefragt hat und sehr überraschend von einer Allgemeinärztin. Positiv überraschend. Es ist auch gut zu merken, dass ich jetzt die Notbremse ziehe und mich kümmere, damit es nicht wieder an solch einen Punkt kommt. Es erinnerte mich an eine Mitpatientin, die von meiner Symptomatik durch die Gruppentherapie wusste und sagte, dass sie schon längst auch dem Fenster gesprungen wäre, mit meinen Diagnosen. Auch, der letzte Mann, den ich datete fragte, wie ich es schaffte damit zu leben, weil er sicher nicht so stark gewesen wäre und sich vermutlich schon das leben genommen hätte. Ich weiß nicht, warum ich ausgerechnet an diese zwei Situationen denken musste, vielleicht weil Suizid mit solch einer Symptomatik assoziiert wird. Zu unaushaltbar um zu überleben. Aber es gibt sie, die Überlebenden. Die es irgendwie tun. Überleben.

Wenn man hart dissoziiert aber eigentlich lernen sollte

Keine Ahnung warum ich so krass dissoziiere. War heute morgen schon bei der Therapie und bei der Ergo gleich danach. Vielleicht einfach viel keine Ahnung. Jedenfalls verschwimmt alles vor meinen Augen und ich muss mindestens noch drei Seiten Bio auswendig lernen bis morgen früh. Ja, wir schreiben tatsächlich noch zwei Klausuren trotz des Lockdowns. Ich war schon baden, um mein System etwas runter zu fahren. Aber die Dissoziation ist immer noch so stark. Hat jemand Ideen? Werde gleich etwas essen und dann vielleicht Ammoniak reinballern, um die Gehirnzellen wieder aufnahmefähig zu bekommen?

Hat jemand Tipps? Was macht ihr bei sowas?

Brauche mein Gehirnzellen jetzt und nicht diese verschwommene Brühe! 😀

Unterschiedliche Wahrnehmung der Eltern

Oder auch unterschiedliches Erleben von Kindheit und Jugend. Gestern telefonierte ich mit meiner jüngeren Schwester, mit der es vor einiger Zeit einen großen Streit gab, da sie nichts was mit meiner Erkrankung zu tun hat irgendwie wissen will. Sie sagt sie hält das nicht aus und sie nimmt unsere Eltern immer extrem in Schutz. Sie war damals auch die, die mich körperlich angriff und später Angst hatte, dass meine psychischen Probleme daraus resultierten. Es war in dem Fall aber mehr das nichts dagegen tun meiner Eltern. Gestern sprachen wir über die Lernschwäche, die sie hat und sie erzählte mir, wie sie die Ausbildung trotzdem schaffte und auch Unterstützung eines Psychologen (bei dem ich auch war) und unserer Eltern sogar schon in der Grundschule hatte. Während der Ausbildung, die meine Mutter ebenso absolviert hatte, half sie meiner Schwestern extrem viel und schrieb sogar Ausarbeitungen. Das gestern zu hören war so ein krasser Kontrast zu dem, was ich erlebt habe. Ich erinnere von der Schulzeit bezüglich Unterricht generell wenig, aber Hilfe beim Lernen hatte ich nie, aber weiß, dass ich meine Mutter einige Male fragte, sie aber sehr halbherzig darauf reagierte. Sie gab mir zum Beispiel eine ihrer Ausarbeitungen, sodass ich mich daran orientieren konnte. Ich hatte auch nicht die Schwierigkeiten beim Lernen, so wie meine Schwester, aber musste auch vom Gymnasium in der 7. Klasse, weil meine Noten ganz plötzlich extrem schlecht wurden. Ich weiß nicht, was genau zu dieser Zeit passierte und kann es auch nur schwer einordnen. Meine Eltern nahmen mich jedenfalls von der Schule, aber auf der Realschule war es nicht besser, vor allem vom sozialen her nicht, denn ich wurde von Anfang an gemobbt. Meine Eltern glänzten auch hier mit nichts tun.

Ich verstehe nun aber, warum meine Schwester meine Eltern so in den Schutz nimmt und sie glorifiziert. Mich nicht einmal über meine Vergangenheit sprechen lässt. Sie hat ganz andere Erfahrungen mit unseren Eltern gesammelt. Meine ältere Schwester erfuhr ebenso wenig Hilfe in der Schulzeit wie ich(oder im Leben generell), deswegen sind unsere Wahrnehmung da ähnlich.

Das Jahr, in dem ich mich wehre

Mein ganzer Körper tut schon seit einigen Tagen weh und ich renne hoch dissoziativ durch die Gegend, um überhaupt noch funktionieren zu können. Heute schleppte ich mich zu einer Gruppen-Präsentation in Pädagogik und hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt einen verständlichen Satz rausbringen würde. Denn zuvor hatte der Lehrer mit uns eine Notenbesprechung gemacht. Es ist der Lehrer mit dem ich die Situation hatte, die eine starke Panikattacke auslöste, denn er hört nicht auf, auf meinen Fehlzeiten herum zu reiten. (Zuletzt fehlte ich durch die Operation)

Jedenfalls stellte sich heraus, dass ich die beste Klausur geschrieben habe, wofür ich gesorgt habe um mich zu schützen, weil ich wusste, dass er versuchen würde meine entschuldigten Fehlzeiten irgendwie mit einfließen zu lassen. Deswegen fragte ich noch nach meiner mündlichen Note und er sagte, die würden noch nicht feststehen, aber fragte, was ich denn denken würde. Ich erwiderte 1-2 und wenn es Fehlzeiten gab, habe ich nachgearbeitet, wie an meiner Klausur zu erkennen ist. Er sagte daraufhin, dass sich meine Note durch die Fehlzeiten verschlechtern würde und er das auf jeden Fall mit einbeziehen wird. (Ich habe so eine gute Menschenkenntnis mittlerweile 😉 ) Er gab mir die Möglichkeit mich zu äußern und ich brach in Tränen aus. Versuchte mich zu sammeln und machte dann meinen Standpunkt klar, dass meine Erkrankung ja offen läge und wir ja sogar ein persönliches Gespräch wegen der Fehlzeiten gab. Dass ich nacharbeite, mich bemühe, gute Noten habe und es mir eben an Gesundheut mangelt, was der Grund ist, warum ich nicht kommen konnte. Dass andere Lehrer das nicht mit in die Benotung gravierend einfließen lassen wie er, oder gar nicht. Dann sagte er allen ernstes: „Sie sollen doch jetzt nicht weinen.“ Ich erwiderte, dass ich aber halt gerade weinen muss, weil es für mich ein emotionales Thema ist. Dass ich verstehe, dass wenn jemand weint, es für mache Leute unangenehm auszuhalten ist, Gefühle aber etwas normales sind. Er: „Mir ist das gar nicht unangenehm!“ Die Körpersprache sagte aber etwas anderes aus und auch dass er wiederholte, dass ich doch jetzt nicht weinen müsse. Danach hielt ich die Präsentation, keine Ahnung wie und was ich gesagt habe, aber schien zu funktionieren irgendwie.

In der Pause machte ich mich auf zu der Sozialpädagogin, die zum Glück gerade Zeit hatte und schilderte was passiert war. Sie schlug vor, dass wir im Januar, ein Gespräch mit der Bereichsleitung suchen und uns offiziell beschweren. Dazu auch noch eine andere Stelle einschalten, die mich unterstützen und beraten kann bezüglich Nachteilsausgleich und Fehlzeiten. Ich werde auch nochmal bei Lageso nachhaken, was nun mit meiner Anerkennung der Schwerbehinderung ist. Das zieht sich jetzt auch schon Monate hin und ich hoffe, dass meine Therapeutin endlich die Unterlagen dafür ausgefüllt hat. Werde ich bestimmt auch bald erfahren. Jedenfalls habe ich gemerkt, dass ich sowas nicht mehr hinnehme. Der scheint irgendein persönliches Problem zu haben und auch die Sozialpädagogin validierte meine Wahrnehmung, da sie den Lehrer kennt und er nicht gerade für seine Empathie bekannt ist. Es soll auch thematisiert werden, dass er mich vor der Klasse bloßgestellt hat, als ich nicht da war, durch einen unnötigen Kommentar zu meinem Fehlen. Sie fand auch sehr Schlagfertig, was ich trotz Weinen ihm entgegnet hab, was mich sehr stolz machte. Die Tränen waren für mich auch kein Problem und ich empfand auch keine Scham, dass ich weinte. Er weiß genau, dass das mein Wunder Punkt ist, in dem er immer wieder herum stochert und nun auch seine Macht ausnutzt. Ich fand es sehr verständlich zu weinen, wenn jemand so unsensibel mit einem Thema umgeht, was das Gegenüber enorm belastet. Früher hätte ich mich in Grund und Boden geschämt, aber heute werde ich mich nicht mehr schuldig fühlen, schämen und entschuldigen, wofür ich nichts kann. Ich muss mit dieser Trauma-Folgestörung leben. Das ist meine Bürde, meine Geschichte und ich lasse nicht mehr zu, dass jemand mich deswegen ausgrenzt, benachteiligt, diskriminiert etc. es ist auch so schon schwer genug damit.

Jetzt erstmal noch drei Klausuren nächste Woche hinter mich bringen, die anstehenden Feiertage überstehen und dann kann ich hoffentlich etwas Kraft schöpfen, um das anzugehen und auch das mit der Wohnung. Es fühlt sich schön an, nicht nur für mich selbst zu kämpfen, sondern in der Schule jetzt so eine sympathische Unterstützung zu haben. Glück im Unglück, dass ich nach einer Panikattacke zu ihr gebracht wurde. Dieses Jahr gab es schon viele Situationen, in denen ich nicht hingenommen habe, wie ich behandelt wurde und für meine Rechte eingestanden habe. Ich fange an mich zu wehren.

Und falls er mich aufgrund meiner Tränen und Empfindsamkeit für schwach und wehrlos hält, dann wird er sich noch sehr darüber wundern, WIE stark ich bin. Ich habe schon ganz anderen Mist hinter mir!

Gaslighting?

Ich sprach mit meinem Vater gerade am Telefon eigentlich über meine derzeitige Wohnsituation und er erwähnte, dass er es gut finden würde, wenn ich mich mit meiner Mutter wieder annähere. Ich sagte, dass ich ja angeboten hätte, dass sie mir eine Mail schreiben kann, aber nichts kam. Er wurde daraufhin etwas ungehaltener und meinte, dass man so ein sensibles Thema ja auch nicht per Mail klären kann und sie und ich uns sehen sollten für sowas. Über Mail und Telefon könne man sowas sowieso nicht, dazu brauche es ja Empathie und Gefühle etc., seine persönliche Meinung dazu. Ich sagte in einem klaren Ton, dass ich ja schon gesagt hätte wozu ich bereit wäre mich ein zu lassen, das aber ja nicht genutzt wurde.

In mir schreit es gerade „DIESE VERDAMMTE DRECKIGE FUCK FOTZE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“

Hui, ja. Und er mal wieder der Mittelmann. Mir geht es heute extrem schlecht, weil ich alles von den neuen Nachbarn höre und er heute schon geschrien und sie geweint hat, aber auch den Fernseher höre ich unaufhörlich. Ich wollte mit ihm besprechen, ob er Ideen hat und mir ggf. finanziell was leiht für den Umzug, falls ich eine Option gefunden habe.

Und dann änderte sich plötzlich der Ton und auch das Thema. Vorher sagte er noch, dass ich mal versuchen solle, nicht so negativ zu denken. Man, versuche ich ja, aber diese Situation ist nun mal beschissen und unaushaltbar! Ich sehe sehr wohl, was auch gerade gut läuft, aber das mit der Wohnung überschattet einfach alles.

Mir ging es so extrem schlecht, als wir auflegten und fühle mich seither dissoziativ. Keine Ahnung warum ich jetzt wieder die Dumme bin, wenn sie nicht auf das eingeht, was ich an Kontakt höchstens zulassen könnte. Werde die bestimmt nicht treffen, da bleibe ich lieber in meiner scheiß Wohnung, das ist noch zehnmal angenehmer. Ich bin so wütend, wie schnell er es geschafft hat, dass ich mich negativ, böse und schuldig fühle. Da habe ich mal wieder vergessen mit wem ich rede… und dass es nicht die Person ist, die ich anrufen sollte, wenn ich Hilfe brauche, aber ich musste mit jemandem reden…

Musik

Musik um Nachbarn von allen Seiten zu übertönen. Morgen schreibe ich eine Klausur und konnte mich bisher noch nicht wirklich konzentrieren. Mal sehen wie es wird. Habe morgen auch noch etwas Zeit um alles nochmal durch zu gehen. Das auf den Bild könnte ich sein, nur dass meine Lichterkette Sterne hat und ich mir heute die Haare wieder kinnlang habe abschneiden lassen.

Falls jemand entspannte Musik braucht und auch nicht so auf spirituelle Klänge steht: (Zu empfehlen sind auch die Studio Ghibli Soundtracks)