Gedanken über mein Beziehungsmuster

Meine Schwester sagte, dass ich so einsam bin, weil ich auch gar nicht zulasse, dass jemand an mich heran kommt und immer alle von mir stoße. Das ist zum Teil wahr. Aber ich gab auch etliche Chancen. Ihr immer wieder, trotz so großer Verletzungen und ihrer körperlichen Gewalt mir gegenüber. Ich verzieh, versuchte es, wurde wieder verletzt. Zum Teil stimmt ihre Aussage. Mein Vertrauen Menschen gegenüber ist gebrochen und in mir ist die Ambivalenz, dass ich mich ganz stark nach Kontakt sehne, aber wenn dieser dann da ist, kommen Ängste, Fluchtmechanismen, extreme Wachsamkeit. Ich rechne schon damit verletzt zu werden. Rechne damit, dass der Kontakt irgendwann durch etwas zerbricht und manchmal schließe ich schon während des Kontakts mit der Beziehung ab, weil der Kontakt mir zu wichtig wird und ich es nicht ertragen könnte ihn zu verlieren. Ein Schutzmechanismus. Sehr dysfunktional und ja, das führt auch auch dazu, dass ich einsam bleibe. Ich bin absolut Spiegel meiner Umwelt, versuche so gut es geht zu überleben, und ja, Kontakt ist nach wie vor meine Schwachstelle. Meine Schwester biss gestern einfach nur um sich, das erlebte ich auch so, als wir Kinder waren. Sie hat auch eine erhöhte Sensibilität und kann die Schwächen ihres Gegenübers gut erkennen und verwendet diese dann bei Konflikten gegen diese Person. Als Kinder drangsalierte sie mich körperlich und psychisch und unsere Eltern duldeten dies. Als sie dann einen Nervenzusammenbruch hatte und in der Kinder-und Jugendpsychiatrie landete, war ich ich diejenige, die ihre Tasche packte, die da war, als sie aus der Terassentür den Berg die Straße runter rannte und schrie, dass sie sich umbringen würde. Ich war diejenige, die hinter ihr herlief, sie einfing und beruhigte. Die meine Eltern dazu brachte, sie in die Psychiatrie zu fahren. ich war diejenige, die mit den Ärzten sprach, während meine Eltern rausgehen musste. Ich füllte den Fragebogen innerlich für mich selbst aus, während ich meiner Schwester half die Fragen für sie zu beantworten. Ich packte Zeitschriften und einen Jogginghose von mir für sie ein, die sie noch heute hat. Denn ich schaffte es nicht, obwohl sie mich wegen ihrer psychischen Verfassung misshandelte, im Stich zu lassen. Unsere Eltern waren unfähig sich emotional um sie zu kümmern, deswegen machte ich das. In einer Zeit, in der ich selber Hilfe gebraucht hätte. Und irgendwann brach ich als Hilfe für sie weg. Landete selbst in der Psychiatrie und entwickelte eine Magersucht. Sie wandte sich von mir ab und wollte mit all dem nichts mehr zu tun haben. Sie sagte mir später, dass ich ihre große, starke Schwester war, die sich um sie kümmerte und sie ertrug es nicht, dass es nicht mehr so war. Meine andere jüngere Schwester sagte etwas ähnliches. Also wandten sie sich von mir ab.  Meine Schwester und ich sind nur 1 1/2 Jahre auseinander.

Als ich in diese neue Stadt zog, half mir meine Schwester, was mich wunderte und später sagte sie, dass sie dachte, ich würde umziehen um mir das Leben zu nehmen. Sie sagte aber während dieser Zeit nichts darüber. Sie hätte das also geschehen lassen? Und heute wirft sie mir vor, dass ich keine Hilfe bekomme von der Familie, weil ich weggezogen bin. Meine Schwester gleicht in ihren Aussagen und Ansichten immer mehr meinen Eltern.

Ich versuche wirklich, mein Beziehungsmuster zu verändern, andere Erfahrungen zu sammeln und etwas zu verändern. Doch das ist so schwer, wenn man immer wieder solch negative Erfahrungen macht. Wovon soll ich zehren, wenn gesunde Beziehungen für mich mehr Utopie als eigene Erfahrung sind? Und wenn die Menschen, denen ich vertraute, sich von mir abwandten als ich in solch großer Not war? Und die anderen Menschen, denen ich vertraue, mich missbrauchten. Das ist meine Erfahrung mit Vertrauen und engen Beziehungen.

Scheiß auf diese Familie

Gespräch mit meiner 1 1/2 Jahre jüngeren Schwester. Sie meidet alle Themen die mit meiner psychischen Verfassung zu tun haben. Ob damals die Magersucht, oder heute die Traumatherapie. Es ist ihr zu viel.

Anscheinend bin doch zu dumm, um Hilfe anzunehmen. Oh und tut mir leid euch alle so mit meinem Trauma zu belasten. Stimmt hat mich total befreit es unseren Eltern zu erzählen, jetzt muss ja auch mal gut sein. Will keiner hören diesen Scheiß. Ich sollte in das Loch zurückkehren aus dem ich gekrochen bin.

Ich habe News für euch: Ich werde bleiben wo ich bin.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich antwortete, dass ich ihre Grenze akzeptiere, aber das mit unseren Eltern anders sehe. Danach kam der Stein bei ihr richtig ins Rollen und es hagelten Vorwürfe und Schuldzuweisungen an mich. Dass ich unsere Eltern verletzt hätte, indem ich immer wieder den Kontakt abbrach. Dass ich selber gewählt habe so einsam zu sein, da ich weggezogen bin. Ich versuchte zu erklären, dass ich mich schützen musste, deswegen kein Kontakt. Und dass ich umgezogen bin, weil ich die Traumafolgen sonst nicht überlebt hätte in dieser Stadt. Das weiß sie aber eigentlich… Sie dachte damals, ich würde wegziehen um mir das Leben zu nehmen. Sie weiß… Es stürzte noch mehr auf mich ein. So ist es wohl, wenn man in einem kaputten Familiensystem mit dem Finger auf die klaffenden Wunden zeigt. Meine Therapeutin sagt, sie sei täterloyal/identifiziert. Das heißt für mich ganz klar, auf Distanz gehen. Es ist schmerzhaft, ja. Aber wenigstens werden nun Sachen angesprochen. Und auch wenn ich mir wünschen würde, dass sie anders über mich denkt. Wenigstens weiß ich es jetzt.

Es ist nicht deine Schuld

Ich weiß, insgeheim, auch wenn du es nicht zugeben würdest, hast du dir gewünscht, jetzt, da deine Eltern über die frühen Traumata Bescheid wissen, dass sie mehr Unterstützung zeigen, mehr Verständnis für dich, mehr Mitgefühl, mehr Liebe. Mehr vor irgendwas. Doch es kommt nichts. Ich weiß, das tut weh. Es ist nicht deine Schuld, dass sie all das nicht geben können. Es heißt nicht, dass du ein schlechtes Kind warst, oder dass du verdient hast, was passiert ist, noch diese kalte, unbarmherzige Art der Vernachlässigung. Ein Kind in Not braucht Hilfe. Und sie konnten dies nicht einmal ihrem eigenen Kind geben. Weder damals noch heute. Klar, ich weiß du denkst, warum machen sie es nicht jetzt wieder gut, was sie damals versäumt haben? Sie wissen es doch jetzt. Leider haben sie sich, anders als du, seit damals nicht verändert. Sie können all das nicht geben und auf einmal die Eltern sein, die du immer gebraucht hättest. Sie hätten dich damals sterben lassen und dabei zugeschaut. Das ist Fakt. Du warst über so lange Jahre in so großer, offensichtlicher Not. Das war blanke Ignoranz und ich weiß nicht, wie deine Eltern damit leben können. Es tut mir so leid, dass du wieder einmal durch alles alleine durch musst. Es ist nicht deine Schuld, dass du in diese Familie geboren wurdest, die nicht wusste, wie sie dich lieben soll.

Weißt du noch, als ich letzte Woche das Foto von dir als Kind fand? Seit dem Kindergarten hast du dir selber Frisuren kreiert, weil du auch solch schöne Zöpfe wolltest, wie die anderen Mädchen. Auf diesem Foto hattest du drei Zopfgummis ausgewählt, die sich bunt hintereinender reihten und alles hinten mit einer Spange befestigt. Mir stiegen Tränen in die Augen. Was für ein kreatives und fantasievolles Kind du warst! Es lag nicht daran, dass du nicht liebenswert warst, dass sie es nicht konnten. Du warst so unglaublich liebenswert. Genau das dachte ich, als ich dieses Foto von dir sah. Häufig hattest du diese ausgeflippten Frisuren und ganz ehrlich, alleine dafür liebe ich dich schon. Deine 1 1/2 Jahre jüngere Schwester kopierte diese Frisuren, oder du machtest ihr welche, ich weiß es nicht genau. Du wurdest Vorbild für deine jüngeren Schwestern, als sie aufwuchsen, da es kein weibliches Vorbild gab und deine Mutter sich anzog wie ein kleiner Junge und alles Weibliche ablehnte. Es ist wundervoll, dass du ein Mädchen bist. Es ist wundervoll, dass du auf dieser Welt bist. Es ist nichts falsch daran, ein Mädchen zu sein.

Ich hoffe, du findest irgendwann zu dieser Kraft und Kreativität zurück, die dir auf brutalste Art und Weise genommen wurde.

Sie haben dieses leuchtende Licht in dir nicht gesehen, es ignoriert, so als wäre es gar nicht da, andere haben es ausgestellt und ganz viel Schatten über dich gebracht. Doch niemals ist es ganz erloschen. Auch wenn es jetzt nicht mehr ganz so hell scheint, es ist noch da, gut verborgen – Ich sehe es.

 

Die Einsamkeit der Trauma-Heilung

Als ich den letzten Beitrag schrieb, befand ich mich in emotionalen Flashbacks, die auftraten, sobald ich mich von der Arbeit raus in die Nacht begab. Es überrollte mich komplett in solch einer Heftigkeit. Manchmal ist es so, dass ich während EMDR nur Bilder sehe, aber eher als stiller Beobachter fungiere. Wie ein Detektiv, der gerade etwas aufdeckt. Doch, weil diese „Schicht“ an Traumata dann frei geschaufelt liegt, kommen während der Woche manchmal die passenden Emotionen dazu, was extrem verstörend ist, wenn man gerade etwas alltägliches erledigt. In dieser Nacht weinte ich viel und schrieb mit der Person, die ich Anfang des Jahres gedatet hatte. Wir haben mittlerweile, sowas wie freundschaftlichen Kontakt und er fragt häufiger nach, wie es mir geht und ist interessiert. Doch das alles erreicht mich nicht. Jeder Versuch auf mich zu zu gehen, kam in dieser Nacht nicht an. Es waren Emotionen und Gedanken, aus der Nacht des Suizidversuchs und dies legte sich über meine Realität heute. Auch die Gefühle ihm gegenüber hatte ich abgespalten, wie sich herausstelle, was mich aber nicht wunderte, da ich nicht mal mit der Wimper gezuckt hatte und Monate gar nichts fühlte, nachdem ich den Kontakt beendete. Ich funktionierte nur noch. Nun sind auch die Gefühle für diese Person wieder da und ich erlebe es, als wäre die Trennung gerade erst gewesen. Wohingegen er bei dem Prozess natürlich schon viel weiter ist und er es verarbeitet hat. Was mich noch aufgelöster macht, denn dieser Kontakt zeigt mir jedes Mal, was hätte sein können, aber nicht ist. Es war keine toxische Verbindung, aber es war zu viel für mich. Ich war zu dieser Zeit durch die Trauma-Therapie sehr sensibel und es gab/gibt ein Minenfeld auf Triggern. Es war extrem anstrengend für uns und ich habe eingesehen, dass ich das zurzeit einfach nicht schaffte. Nun habe ich den Kontakt wieder beendet und erklärt, dass ich erstmal um das Ende dieser Beziehung trauern muss. Diese Gefühle wollen auch noch verarbeitet werden…

Meine eine Freundin denkt, es ist vielleicht einfacher, wenn man nicht immer alles gleich fühlt, aber für mich fühlt es sich eher wie eine Behinderung an. Ich suche mir nicht aus, wann ich abspalte und wann nicht. Wenn etwas, was mit traumatischen Erlebnissen zusammenhängt, wie Verlust, dann macht mein Gehirn das automatisch. Doch das heißt nicht, dass ich damit besser umgehen kann, sondern dass diese Gefühle auch zurück kommen, sobald es wieder einen Zugang gibt. Das kann Monate später sein, Jahre oder gar Jahrzehnte. Und zwar zu einer Zeit, in der die andere Person schon ohne einen weiter gemacht hat, während ich erst jetzt verarbeiten kann. Da wären wir schon wieder bei dem Titel dieses Beitrags: Der Einsamkeit.

Die Trauma-Heilung schneidet mich von dem Rest der Welt ab. Von allen, die ein normales soziales Leben pflegen. Und ich es nicht kann, weil ich gerade nicht mal erklären kann, was bei mir alles passiert, noch kann ich das irgendwie verstecken, weil es in solch einer Heftigkeit kommt. Klar, meine Therapeutin steuert mich während der Trauma-Therapie da irgendwie durch, aber wenn es mich zu Hause dann in Flashbacks überspült und ich das alles einfach nicht ertrage, kann ich mit niemandem richtig reden. Meine große Schwester sagte, dass ich sagen soll, was ich brauche, weil sie da auch unsicher ist. Mir hilft es schon, wenn man der Stimme in meinem Kopf sagt, dass es einen Unterschied macht, ob ich da bin, oder nicht, dass es nicht besser wäre für alle, wenn ich tot bin und dass sie mich liebt. Das sagte ich ihr gestern und das tat sie dann auch. Doch wirklich teilen kann man das im Alltag nicht. Während sie mir ein Foto von der Lampe schickt, die sie neu gekauft hat und ich seit Stunden in Flashbacks festhänge. Ich sage dann „oh schöne Lampe“ während bei mir gerade die Hölle abgeht. Es fühlt sich einfach sehr absurd an.

Die Trauma-Arbeit ist etwas, was man aufarbeiten muss, obwohl man nicht dafür verantwortlich ist, doch liegt es in der eigenen Verantwortung, dass es besser wird und niemand kann da für einen durch. Dieser Weg ist verflucht einsam und triggert gleichzeitig auch sehr, denn damals fühlte ich mich auch so einsam, während all das passierte.

Ich bemühe mich. Ich kämpfe. Weiterhin.

Vergeudetes Leben

Ich halte diese Einsamkeit nicht mehr aus. Wann wird es denn endlich besser? Dieses ganze Scherben zählen wäre einfacher, wenn es wenigstens eine Schulter zum Anlehnen geben würde. Stellt sich heraus, dass wenn man die toxischen Kontakte kappt, dass nicht mehr viel bleibt. Und in erster Linie Menschen, die mich nicht ertragen in meiner Not und mit meinem Schmerz. Mein Exfreund hätte es, denn genau das war auch meine Schwachstelle, mit der er mich in der Hand hatte. Doch wenigstens war überhaupt jemand da. Klar, dafür musste ich auch den Psycho-Kram ertragen, doch dadurch habe ich wenigstens irgendwas gefühlt, bis es mich innerlich noch mehr betäubte. Und so war es immer. Ich kenne nur diese Art der Liebe. Die nicht mal Liebe ist. Ich frage mich, was das alles noch bringen soll. In der Trauma-Therapie konnte ich nicht mal mehr meine eigene Stimme ertragen. Gerade kam ich von der Arbeit und bald geht die Schule los. Ich funktioniere, aber frage mich wofür. Dieses vergeudete Leben. Da ist so viel Schmerz und so viel Leid. Nicht nur bei mir, sondern auch bei so vielen Anderen. Diese Welt ist solch ein grausamer Ort. Dieses vergeudete Leben. Ich sehe den Sinn gerade einfach nicht. Wie lange muss ich noch aushalten.

Lieder von früher Teil 2

So gerne würde ich meinem früheren Ich, dass es besser wird. Diesem Ich, das so bitterlich am offenen Fenster weinte, während dieses Lied über Kopfhörer lief. Ich fühlte mich so schrecklich einsam, während ich in dieses schwarze Nichts der Nacht starrte. Ein sehr bekanntes Gefühl, das schon lange Zeit mein Begleiter ist. Es kam mir immer wie ein Hohn vor, dass das ganze Dorf zu schlafen schien, während ich nicht konnte. Wie konnten sie friedlich schlafen, während ich hier um mein Leben kämpfte. Nächtelang umherirrte. Was trieb mich dazu nachts in diesem Dorf umher zu irren, wenn doch schon die Straßenlaternen aus waren. Hatte ich gar keine Angst? Irgendwann später mit um die 20 entwickelte ich Angst davor, alleine draußen herum zu irren. Meine damalige Therapeutin sagte dazu „zum Glück haben sie jetzt Angst.“ Ich war damals irritiert und verstand es nicht. Heute schon. Doch man spürt mit so viel innerer Verzweiflung keine Angst mehr. Man blutet nur von Innen nach Außen und hofft, dass es irgendjemandem auffällt. Wie ein durchnässter Wundverband. Dass es jemandem auffällt, einfach irgendwem. Auch in der Kleinstadt, in die ich zog, irrte ich nachts umher, ganz in der Nähe des schlafenden Dorfes, in dem so viel passierte. Ich stellte mir immer vor, dass jemand fremdes meine Not erkennen würde und mich fragen würde, wie dieser mir helfen könnte. Ich fantasierte und lebte mehr in diesen Tagträumen, als in der Realität.

Heute lebe ich in einer Großstadt und ich würde gerne sagen, dass es heute anders ist. Und ja, ich irre nicht mehr umher, denn diese Stadt macht mir wirklich Angst. Doch was diese innere Einsamkeit und den Schmerz angeht, fühlt es sich noch genauso an wie damals. Es gibt kaum Menschen in meinem Leben und die meiste Zeit fühle ich mich wie ein Alien unter Menschen. Möchte Kontakt aufnehmen, aber weiß nicht wie. Meine eigene Welt ist so anders. Ich möchte so gerne lernen wie und diesem früheren Ich irgendwann sagen können, dass es anders wird. Dass all das herumirren, aushalten und irgendwie überleben sich gelohnt hat.

Ich müsste doch eigentlich etwas empfinden

Letzte Woche war seltsam. Ich bin da irgendwie so durch geschlittert und nun ist Sonntag. In der Trauma-Therapie erzählte ich von meinen Eltern und was die Woche davor alles passiert war. Und so aufgelöst ich emotional die Woche davor war, ich empfand diesmal absolut nichts. Nicht nur das, ich hatte nicht mal Lust darüber zu reden und immer wieder herum zu jammern. Was soll das bringen? Davon lieben einen die Eltern auch nicht mehr. Es tauchten während EMDR auch neue Erinnerungen auf und es ermüdete mich eher was ich da sah. Meine Theraupeutin fragte ständig was ich jetzt gerade sehe und fühle, aber ich hab nicht viel gefühlt. Es kamen nur so Gedanken wie „scheiß Drecksschlampe hat das verdient.“ Warum kann ich kein Mitgefühl empfinden, in Bezug auf diese Erinnerung? Ich sehe gerade keinen Sinn darin und irgendwie habe ich auch keine Lust weiter in dieser Suppe zu wühlen und mehr auf zu decken. Dass das alles ein großer Scheißhaufen war in der Vergangenheit,  ist doch schon klar, was bringt es zu gucken wie groß dieser Haufen ist? Ich kann einfach nicht mehr reagieren. Ich will damit nur abschließen. Das ist doch kein Leben. Aber ich bin gefangen in genau diesem Leben und es bleibt keine andere Möglichkeit, als das weiter zu machen. Keine Ahnung wohin das führen soll.