Sie hätten mich sterben lassen

Gewusst und bewusst weg geschaut.

Emotionale Vernachlässigung scheinen zwei so harmlose Wörter

Schweigen fühlt sich wie Gewalt an

Ignoriert werden fühlt sich wie Gewalt an

Und über die Jahre starb so viel in mir

Teile, die nur abgespalten überleben konnten

Ich weiß nicht wie man mit so einem inneren Schmerz überleben kann

Kann man nicht

Deswegen wird er aufgeteilt

Barrieren erstellt

Das Mädchen dahinter in zusammengekauerter Position

Immer in dieser Position

Sie kennt nichts aus diesem Schmerz

Und ich weiß nicht was ich sagen oder tun könnte

Meine Mutter sagte mir einmal beiläufig als wir in der Stadt waren, dass zwei der schlimmsten Momente waren, der erste, als sich ihr bester Freund sich das leben nahm und an zweiter Stelle mein Selbstmordversuch

Stünde ich einmal an erster Stelle, hätte es geklappt?

Trigger Fond sexueller Missbrauch

Dieses Thema macht mich gerade verrückt. All meine Kraft habe ich in diesen Antrag gesteckt um endlich meinem Körper die Hilfe geben zu können, die von den Leistungen der Krankenkasse nicht zu erwarten ist. Zudem meine Zahnarztrechnung, die ich nun mit Zinsen in zwei Jahren abstottere, welches auch durch Traumafolge entstand. Die Zahnarzttermine waren triggernd und sehr schlimm, aber ich habe mittlerweile eine tolle Praxis gefunden, die damit umgehen konnte. Jetzt bleibt noch das Finanzielle zu bewältigen. Neben Endometriose hat sich nun auch eine andere chronischer Erkrankung verschlimmert – Rosacea. Ein Hoch auf meinen Genpool und meine Mama, die gegen ihre Rosacea bis heute nichts tut, aber das ist bei ihr auch leidenschaftliche Lebenseinstellung, dieses sich selbst vernachlässigen. Ich will das nicht und tue deswegen gerade sehr viel für meinen Körper, der während der Traumatherapie noch mehr leidet. Ich möchte tcm ausprobieren und zu einer Heilpraktikerin, in die Schulmedizin habe ich schon seit Jahren mein Vertrauen verloren. Doch seit 5 Monaten keine Antwort des Fonds, trotz Eingangsbestätigung und einer Nummer, die mir zugeteilt wurde. Auch auf meine Adressänderung kam keine Antwort, was für mich gerade unheimlich triggernd ist. Als würde ich auf meinen Antrag nicht mal eine Antwort verdienen. Meine Geschichte unter den Teppich gekehrt. Hilfe? Kann ich lange drauf warten. Ich weiß, ich muss mich einfach noch gedulden, wie so viele andere Betroffene auch, aber so fühlt es sich nun mal gerade an. Einer Bekannten, die auch traumatisiert ist, erzählte ich von dem Fond, falls das auch eine Option für sie wäre. Ihr Antrag wurde innerhalb von drei Monaten genehmigt und sie hat keine körperlichen Erkrankungen. Dazu sagte sie mir, dass es bei mir auf jeden Fall genehmigt werden müsse, da es bei ihr nur fast zu einem Übergriff kam. Ich meine, ich freue mich dass sie die Hilfe bekommt, aber verstehe nicht, warum ich nicht. Warum keine Antwort kommt. (Ja das keine Antwort erhalten ist auch ein Trigger, ein Dank geht nochmal raus an meine Erzeuger ;-))

 

Über das Funktionieren

Ich tue es. Ob es nun vor 5 Minuten einen Zusammenbruch gab, mit Einfrieren über zwei Stunden, im Regen, auf einem öffentlichen Platz und anschließender Panikattacke mit Hyperventilation. Menschen laufen vorbei und keiner hilft, alle starren bloß diese bemitleidenswerte Person an, die anscheinend ihr Leben nicht im Griff hat. Diese Person bin ich. Und sobald ich da raus bin, ziehe ich mir die Kapuze über den Kopf, schleppe mich zur Bahn und bringe mich nach Hause. Das tue ich immer, in egal welchem Zustand. Meine Beine tragen mich auch dann noch, wenn laufen nicht möglich scheint. Ein Teil von mir funktioniert, wenn der Kopf nicht mehr mitarbeitet. Wenn dieser die Grausamkeit der Vergangenheit durchlebt. Termine schaffe ich auch, selbst wenn ich mich fühle als hätte ich gerade keine gesellschaftsfähigen Skills parat, *klick* und das Gespräch läuft wie geschmiert. Dieses Wochenende fühle ich mich wie ausgebrannt. Dieses Funktionieren im Alltag, Bürokratie, Rechnungen, Behördentermine, verschiedene Ärzte, Therapie, soziale Kontakte, einkaufen, arbeiten das alles hat seinen Preis und gerade kann ich einfach nicht mehr. Ich möchte nur die Gardinen zu ziehen, dabei bin ich nachher verabredet und will nicht schon wieder absagen, vorher ein Sportkurs. Und ich weiß, dass ich es schaffen werde, ich schaffe es immer. Irgendwie. Aber gerade will ich wirklich nur die Gardinen zu ziehen und nicht existieren. Es fühlt sich gerade so schwer an, das bloße Atmen. Und ich weiß, dass es nicht so bleibt, dass dieses Gefühl vorbei zieht wie der Sturm draußen, doch für heute bin ich so müde von dem ständigen Kampf.

Die ungefilterte Sehnsucht nach Bindung

Ich möchte, dass wenn jemand meinen Namen hört, dieser damit zu Hause sein verbindet. Sich fragt, was ich mache, wenn länger kein Lebenszeichen von mir kommt, oder schon beim Aufwachen an mich denkt, obwohl wir die die ganze Nacht durch gequatscht haben. Das Gefühl nicht genug zu bekommen, wissen zu wollen, wer ich wirklich bin, was ich fühle und denke. Was mich ausmacht, jenseits meiner Vergangenheit. Meine Blessuren nicht als Makel empfindet, sonders als die Narben eines Kampfes. Ich sehne mich nach jemandem, der mir tief in die Augen schaut. Nein jemand, der keine Angst davor hat, mir tief in die Augen zu schauen. Mein Gesicht in seinen Händen hält, während er meine Lippen sanft küsst. Meine Augen, nachdem ich geweint habe. Mich fest an sich zieht, sodass mir dass Gefühl von Geborgenheit keine Angst mehr macht, denn hier fühle ich mich sicher. Ich bin hier sicher, denn es gibt keine Fragezeichen mehr. Es ist wie ein Ankommen, nach einer Lange Reise. Die Tür hinter sich ins Schloss fallen lassen, nach einem auslaugenden, grauen Tag. Gefühle zeigen zu können, ohne eine Gefahr dahinter zu wittern. Gefühle, die mir so warm, ehrlich und unaufhörlich entgegen geströmt kommen, wie das warme Wasser eines Wasserhahns. Dass ich so sehr brauche, wie dieses Wasser zum Leben. Liebe. Geborgenheit. Wärme.

Ich habe Angst, dass mir dies niemals vergönnt sein wird. Ich, ewig suchend, immer wieder verlaufend, in die falschen Arme, die mir das spiegeln was ich suche, es aber am Ende nicht sind.