Die plötzliche Einsameit, die mich überfällt, wenn ich mit Menschen zusammen bin

Seit einigen Tagen überfällt mich eine schwere Traurigkeit und Einsamkeit, wenn ich Zeit mit Menschen verbringe, die ich eigentlich gern habe. Ich möchte dann einfach nur noch davon laufen, mich in mir verkriechen und nichts mehr sagen. Es fühlt sich an als würde mein Inneres in tausend Stücke zerrissen werden, während ich krampfhaft versuche keinen all zu angespannten Gesichtsausdruck aufzusetzen und auf mein Gegenüber zu reagieren. Was hast du gesagt? Wie redet man nochmal? Was sind Gestik und Mimik? Wie schaffe ich es nicht zu dissoziieren oder noch schlimmer, anzufangen in Tränen aus zu brechen? Mit ach und krach schaffe ich es irgendwie. Gestern merkte es eine Freundin, die selbst traumatisiert ist. Wir wollten nach dem Kino noch essen gehen. Allein im Kino zu sitzen waren Höllenqualen und ich weiß nicht warum. Danach noch Zeit mit ihr zu verbringen, zu reden, irgendwie im Kontakt zu sein und auch noch zu essen, schien nicht mehr machbar. Ich teilte ihr meine Situation mit und war voller Scham, nicht funktionieren zu können. „REIß DICH DOCH EINFACH ZUSAMMEN BALD IST WEIHNACHTEN DOCH VORBEI!“ knallten mir die alten Glaubenssätze um die Ohren. Meine Freundin reagierte sehr lieb und organisierte, dass eine andere Freundin von ihr, sie begleitete. Das war wichtig für meine Schuldgefühle, die ich eh schon hatte. Aber ich konnte keine Sekunde länger mehr und Menschen sein. Und auch heute war es ein solcher Kraftakt. Jetzt bin ich wieder zu Hause, hier stehen meine Umzugskartons, die ich angefangen habe zu packen. Auch hier fühle ich mich einsam, aber es ist eine stille Einsamkeit und keine, die mich innerlich zerreißt. Besinnliche Zeit ist anders.