Dissoziation und Beeinträchtigung des Sehens?

Mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass ich verschwommener alles wahrnehme, sobald es draußen dunkel wird, besonders Lichter werden unscharf. Gestern als ich im Dunkeln nach Hause ging war es als würde ich die Augen zusammenkneifen und so die Lichter verschwommen sehen, dabei hatte ich sie normal auf. Ich vermute, dass ich zu dieser Zeit auch dissoziativ war. Das war eine wirklich beängstigende Erfahrung.

Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht? Bzw. kennt das?

Innerlich leer

Zurzeit schlafe ich viel. Die ersten Wochen habe ich mich bemüht positiv zu sein, zu kämpfen und neue Dinge aus zu probieren. Was dabei aber niemand erwähnt ist, wie sehr ein der tägliche Kampf um ein bisschen Glück, oder ein lebenswertes Leben einen innerlich auszerrt. Es ist eine psychische und physische Müdigkeit, die darüber hinausgeht. Innerlich leer und ausgehöhlt, diese Tage. Gerade fehlt es mir an Kraft aus zu stehen. Wenn ich schlafe gesellen sich zurzeit wieder Albträume dazu. Am liebsten ist mir der traumlose Schlaf, doch auch dieser hinterlässt nur eine Leere. Nach Albträumen wache ich schon mit einer gewissen Schwermut auf. Heute mag ich nicht aufstehen, nicht kämpfen. Ich bin einfach müde. ich möchte nicht reden und nicht hören was ich machen könnte damit es besser wird. Das weiß ich und das werde ich auch. Nur nicht heute und nicht jetzt. Die Kraft um wieder auf zu stehen, muss ich erstmal sammeln, denn es gibt kein schlimmeres Gefühl all diese Dinge mit diesem leeren Gefühl in mir drin zu tun. Ob leer beim  Sport, leer mit Freunden, leer irgendwo sitzen und so zu tun, als würde mich irgendwas interessieren oder berühren. Das tut es gerade nicht und es raubt mir noch mehr Kraft so zu tun als ob.

Ich werde wieder aufstehen, aber heute nicht.

Eine Erkenntnis

Gestern hatte ich eine längere Reise mit dem Fernbus vor mir, da ich zwei meiner Schwestern in einer Stadt, in der Nähe der Stadt, in der ich aufwuchs, traf. Wir feierten meinen 26. Geburtstag nach. Dieses Jahr hat sich vieles für mich verändert. Alles ist wieder im Umbruch, aber grundlegend ist alles besser. Das Gefühl zu mir ist besser und meine Beziehung. Damit lassen sich die Schwierigkeiten des Lebens besser (er)tragen. Vor allem im Bereich eigene Grenzen, überhaupt heraus finden, besitzen und diese dann im Umfeld abstecken, da hat sich einiges getan. Dadurch wurde alles ziemlich durcheinander gewirbelt. Ich habe dieses Jahr eine neue Person kennengelernt, durch die ich erfahren habe, wie ich behandelt werden möchte. Wie man richtig als Paar kommunizieren könnte und Harmonie fernab von Toxizität, Drama, Missbrauch, sich anfühlt. Das waren überwältigende neue Erfahrungen. Auch habe ich wieder angefangen meine Sexualität zu leben. Was nun wieder auf Eis gelegt ist, die Traumatherapie hat alle Gefühle dahingehend irgendwie lahmgelegt, was aber vollkommen okay ist während des Prozesses. Ich weiß, dass ich in dem Bereich auf einem anderen Entwicklungsstand bin, aber dass ich es genießen kann. Eine neue Erfahrung und ein Sieg für mich meinen Körper wieder gefühlt, mehr für mich zu haben. Ich lasse mir Zeit das irgendwann weiter zu erforschen. Seitdem die männliche Präsenz aus meinem Leben verschwunden ist, nehme ich mir eine Pause von sexueller Energie in jeglicher Weise. Das erlebe ich als sehr beruhigend.

Eine Erkenntnis, die mir gestern während der nächtlichen Busfahrt kam war, dass nur weil Menschen nicht missbräuchlich oder toxisch sind und mich gut behandeln, nicht die richtigen Menschen für mich sein müssen. Das sollte eine Grundvoraussetzung sein für Freundschaften und Beziehungen, doch dazu gehört noch so viel mehr.

Ich werde mich zukünftig wieder mehr auf meinen Prozess konzentrieren und neue Hobbys ausprobieren. Freundschaften pflegen, oder auch neue knüpfen. Letzte Woche war ich zum Beispiel mit einer Freundin in einer Bibliothek, von der ich nun einen Ausweis habe. Das Stöbern in den Gängen genieße ich ebenso wie das lesen der dicken Bücher, die ich mit nach Hause brachte. Im Kino war ich seit längerer Zeit wieder, war bei einem Sportkurs und probierte ein neues Café aus. Mal sehen, was die nächsten Wochen an Aktivitäten für mich bereit halten.

Ein happy end gibt es anscheinend nur in Filmen

Nach einer Woche der Unklarheit ist es nun klar. Seit gestern haben wir es endgültig beendet und es macht für mich absolut keinen Sinn. Weil ich so viel sehe, was da ist. Nur er sieht es einfach nicht. Mein Kopf realisiert immer noch nicht, dass er nun kein Teil meines Lebens mehr ist. Kein zukünftiger Urlaub, keine Treffen, kein gemeinsames Einschlafen. Träume, die auf einmal wie Seifenblasen in der Luft zerplatzen. Und trotzdem starre ich immer wieder auf mein Handy in voller Hoffnung, er könnte ja doch merken, wie viel ihm an mir liegt, dass er mich vermisst und einen großen Fehler gemacht hat. Dass er mich will und keine Andere. Ich stelle mir vor, dass er spontan bei mir klingelt und in der Tür steht und wir uns in die Arme fallen. Denn das Leben ist nicht wie in Filmen. Und Menschen investieren nicht so viel in einem wie man in sie. Das ist ein trauriger Fakt, den ich mich immer noch bemühe zu realisieren.

Er sagte es wäre vielleicht etwas anderes wenn wir schon drei Jahre zusammen gewesen wären, die Zeit meiner Traumatherapie zu überstehen. Aber so ist es einfach zu viel für ihn. Er zog sich komplett zurück und machte zu. Das macht mir wieder klar, dass ich diesen Kampf alleine kämpfe. Meine Familie ließ mich immer im Stich, wenn ich sie am meisten gebraucht hätte und auch neuen Menschen, ist mein Schicksal und das was ich auf zu arbeiten habe, zu viel.

Gestern weinte ich bitterlich, denn es fühlt sich so an, dass das was mich kaputt gemacht hat, auch weiterhin dafür sorgt, dass ich liebe Beziehungen erfahre. Es hinterlässt ein Gefühl beschädigt und kaputt zu sein. Das kaputte Ding, was keiner will. Und das dadurch nicht liebenswert ist. Zum Glück weiß ich mittlerweile, dass das alte Annahmen sind, die da bestätigt werden. Durch die traumatische Vergangenheit. Ich denke dass ich Liebe verdiene, ohne dafür heil sein zu müssen, sondern genau so, wie ich gerade bin. Auch, dass ich mir Liebe nicht durch Dinge, die ich tue „verdienen“ muss.

Noch bleibt es es Wunschtraum.

Liebeskummer tut einfach so weh und zurzeit ist es, als würde ich das zum ersten Mal erleben. Ich habe auch keine Erinnerungen, wie es sich bei den anderen Trennungen angefühlt hat, da viel abgespalten wurde. Zurzeit erlebe ich die Emotionen von Trauer und Verlust roh, was sehr überfordernd ist.