Meine beste Freundin

Ich habe beschlossen, meine beste Freundin nicht mehr beste Freundin zu nennen. Dieses Jahr ist viel vorgefallen. Die Übergriffigkeit mit der potentiellen Mitbewohnerin war nur der Gipfel des Ganzen. Was hat sich seither verändert? Sie interessiert sich einen Scheiß für mich/uns. So ist es. Ich wurde wieder links liegen gelassen für einen Mann. Häufig suchte ich das Gespräch, oder schlug vor, dass wir mal wieder etwas zusammen unternehmen könnte. Ich sehe sie nicht mehr allein und wenn dann ist es nur einseitige Kommunikation, denn als emotionaler Mülleimer werde ich weiterhin gern benutzt, wenn es Drama mit dem Liebsten gibt. Interesse an meinem Leben, gleich null. Gestern wagte es jemand und erzählte ihr etwas persönliches und sie sagte nur sie hätte keine Zeit und wollte sich eine Leggings von mir leihen und später noch eine Unterhose. Ich fragte danach, ob sie sich denn bald Zeit nehmen könnte, damit wir mal wieder. Sie sagte nur sie sei gerade zu gestresst um darüber zu reden und müsse gleich los zu ihrem Freund. (TriggerTrigger) Da reichte es mir. Dank der Therapie nahm ich meinen Mut zusammen und ging in ihr Zimmer. Vor einigen Wochen, als wieder etwas vorfiel (was ich nur noch grob erinnere) hatte ich die Hausaufgabe ihr zu sagen, dass ich sie zurzeit sehr selbstbezogen und egoistisch finde. Seither hatte sich nichts verändert. Ich nahm also meinen Mut zusammen und sagte ihr, dass es mich verletzt, dass sie sich nicht mal dazu äußern kann, ob wir mal etwas machen, es bräuchte ja keinen sofortigen Termin nur ein ja/nein. Und dass ich das Gefühl habe, sie würde sich nicht für mein Leben, meine Gedanken und meine Gefühle interessieren. Meine Therapeutin sagte mir letzte Woche, dass sie für mich eine Art zu Hause darstellt, weil sie sich wie meine Eltern verhält. Das ist vertraut und habe ich anscheinend unbewusst gesucht.

Ich bin echt fertig damit, dass sogenannte beste Freunde oder sogar Partner mich wie den Dreck unter ihren Fingernägeln behandeln. Keine Zeit und kein Interesse für mich bereithalten. Nur weil ich meine Wut nicht zeigen kann und mich durch die Traumafolgen sehr angepasst verhalte, heißt es nicht, dass ich keine Gefühle habe, die verletzt werden könnten. Es tut verdammt weh. Auch S. trifft sich mit jedem Hinz und Kunz und für mich bleibt keine Zeit. Ich will nicht dass sie sich mal dazu herblassen um Zeit für mich zu opfern. Ich möchte, dass Menschen gern und freiwillig mit mir Zeit verbringen wollen.

Danach war ich mit einer neueren Freundin in einem Café und es war ein sehr schöner und lustiger Nachmittag. Sie hatte gern Zeit. Ich musste nicht hinter her laufen und getriggert werden.

Sie ist nicht mehr meine beste Freundin und ich habe auch beschlossen nicht mit ihr in eine zweier Wohnung zu ziehen. Es tut sehr weh, das zu erkennen. Zu erkennen, dass es mir nicht gut tut. Innen ist die Angst vor Einsamkeit so groß, aber mit ihr fühle ich mich doch gerade auch einsam UND zusätzlich noch auf allen möglichen Ebenen getriggert. Was ich mich frage ist, ob wir dass erst jetzt sehen, weil sie sich stark verändert hat, oder ob es schon immer so war und wir es einfach nicht anders kannten. Durch die Therapie wird so viel enttarnt.

Es sind keine richtigen Freunde, wenn sie einem das Gefühl geben, dass meine Gefühle und Bedürfnisse nicht zählen. Es sind keine Freunde, wenn sie mir das Gefühl geben, es wäre besser, wenn ich nicht mehr da bin und wieder stumm wäre. Meine Existenz zählt. Ich BIN wichtig. Mit allem was zu mir gehört. Nur weil ich traumatisiert bin, kann man mich nicht weiterhin wie ein Menschen zweiter Klasse behandeln. Das lasse ich nicht mehr zu.

Wie nennt man das, eine Ent-Täuschung?

Körperekel

Ich kann nicht rausgehen, es geht nicht. E. soll ich in einer Stunde im Büro des ambulanten Pflegedienstes treffen. Hab gerade geschrieben, dass es Panik auslöst und sie bitte herkommen soll. Bestimmt ist sie böse. Dabei bin ich so enttäuscht von ihr. Werde dann wieder lieb sein, obwohl ich sauer bin auf sie, weil sie ihre Arbeit nicht macht und ich bald ohne Hilfe während der Traumatherapie da stehe.

Mag nicht rausgehen. Der Körper hat 2 kg zugenommen, was geplant war als „Puffer“ für die kommende Therapie und jetzt habe ich größere Brüste und finde nichts zum Anziehen, weil alles sich abzeichnet. So viel Körperekel. Ich habe bestimmt schon alles aus dem schrank anprobiert und sitze jetzt hier in einer Leggings. So kann ich doch nicht rausgehen. Einen Kartoffelsack über stülpen wäre gut. Dieser Körper ekelt mich so an. Am liebsten würde ich die Brüste abschneiden. Die gehören nicht zu mir. Ich möchte die Augen zu machen und nicht existieren.

Alle hassen mich eigentlich eh und gehen irgendwann. Keiner hält es mit mir aus. Ich muss wieder lächeln, dann mögen sie mich, aber ich kann gerade nicht. Ich kann nicht ich kann nicht.

Operation

Ich war dreizehn, als ich das erste Mal operiert wurde. Es war in diesem Krankenhaus auch meine erste gynäkologische Untersuchung. Eine Ärztin holte mich an einem Tag und stocherte mit dem Ultraschallgerät so lange in meinem Unterleib herum bis ich vor Schmerzen stöhnte und weinte. Sie redete nicht mit mir. Erklärte nichts. Ich erinnere nur ihre weißen Hollzklogs und das Geräusch, das sie auf dem Boden machten. Blonde Haare. Auf der Kinderstation war ich allein. Meine Mutter versuchte die OP durch einen Anruf zu verhindern. Sagte ich würde simulieren. Da die Ultraschallbilder etwas anderes sagten, kam mein Vater um zu unterschreiben, dass ich operiert werden darf. Alle mussten auf ihn warten und die OP verzögerte sich, da er noch auf der Arbeit war. Meine Mutter sah ich nicht. Nicht bei der ersten OP und auch nicht bei den zweiten. Mein Vater war irgendwann mal da. Ich erinnere es nur nicht, weiß es aber theoretisch. Ich wurde irgendwann nochmal operiert und beide Male verschwimmen häufig zu einem Mal. Nur eine Sache weiß ich: Meine Mutter war nie da und glaubte ich würde meine Schmerzen simulieren.

Wenn du irgendwann wieder daran denkst mit ihr Kontakt haben zu wollen, weil du dich wie ein undankbares Kind fühlst, ließ das. Du schuldest ihr gar nichts. Sie war nicht da. Du hattest große Schmerzen und Angst. Sie war wie immer nicht da. Du hättest sie gebraucht und sie war nicht da. Wie häufig hattest du zu Hause schmerzen und sie sagte, du wärst zu sensibel oder würdest simulieren. Bis du nichts mehr sagtest. Lerntest diese Schmerzen zu verstecken und erst wieder unter Menschen zu gehen, wenn du wieder „normal“ warst. Du bist keine Belastung – sie ist eine beschissene Mutter.

Endometriose – Die Schmerzen aus der Hölle

Heute sind es 37 Grad und ich habe seit mehr als 5 Stunden so starke Unterleib Schmerzen, dass ich fast brechen muss. Laufen trotz des Medikamentencocktails gerade unmöglich. Also liege ich einfach hier und starre vor mich hin und hoffe, dass die Tabletten endlich wirken. Dass sollte mit dem Hormonen gar nicht passieren. Schmerzen triggern. Starren. Aushalten. Ich kann nicht mehr. Wer gibt mir einen neuen Körper? Dieser ist kaputt.

Anpassungsfähigkeit

Ich staune immer wieder darüber, wie sehr ich mich an Personen anpassen kann. Selbst jetzt, wo ich es gar nicht mehr müsste, passiert es automatisch. Alles wird gescannt die Mimik, Gestik selbst auf die Art zu sprechen und zu denken wird eingegangen. Manchmal bin ich dann gar nicht mehr bei mir, sondern habe mich so sehr in die Person rein gedacht, sodass ich alles gut einschätzen kann. Das hat geholfen in der letzten Beziehung zu scannen, ab wann ich mich anpassen muss, um keine Eskalation der Situation herbei zu führen. Das hat nicht immer geklappt, weil es in mir auch noch „Kampf und Flucht“ gibt. Etwas, das auf Konfrontation geht, bis es scheppert. Und die andere Person ausrastet, aber alles an mir vorbei zieht wie ein Sturm, den ich aus der Ferne beobachte.

Danach frage ich mich immer wie ich so sein konnte und innerlich nichts fühlte, sondern nur funktionierte. Selbst bei meiner besten Freundin (von der ich nicht mal weiß, ob ich sie noch so nennen will) kommt diese extreme Angepasstheit zum Vorschein. Im letzten Jahr wurde mehr Vielfalt gelebt, was ihr nicht so zu gefallen schien. Diese extreme Angepasstheit ist ein Verrat an mich selbst. Ich weiß aber nicht, wie ich das abstellen kann.

Abgelehnt

Ich bin stinkwütend. Gestern lag ein Brief der Krankenkasse im Briefkasten und ratet mal? Auf das Schreiben der Neurologin hätte ich noch ewig warten können, denn anstatt zu mir, hat sie es direkt an die Krankenkasse geschickt. Das heißt, da fehlten meine anderen mühsam erarbeiteten Zettel mit Begründungen und auch das Schreiben meiner Traumatherapeutin. Es wurde abgelehnt. Fuck. Ich überlege trotzdem noch die anderen Zettel nach zu schicken, denn der Umschlag liegt  schon parat. (Es fehlte ja nur noch das der Neurologin!) Ich könnte so kotzen. Also gleich mal die nächste Kassenklinik anrufen und mich auf die Warteliste setzen lassen und dann warten. Das kann ewig dauern.

Nachtrag:

Okay die gedachte Klinik ist auch eine Reha Klinik und jetzt heule ich nur noch während meine Hände Anträge runterladen. Ich kann einfach nicht mehr. Wie viel muss man denn noch ertragen um an angemessene Hilfe zu kommen. Und für die ambulante Traumatherapie stehe ich vermutlich ohne ambulante Pflege da, die mich von den Terminen abholen und nach betreuen könnte, weil E. das total verkackt hat weiter zu bewilligen. Danke für nichts und danke für die „Hilfe“ frage mich langsam wofür die eigentlich ihr Geld bekommt. Die geht eh immer nur mit dem Funktionsmodus einkaufen. Scheiße, scheiße, scheiße, ich kann einfach gerade nicht mehr.

Die physische Hülle, in der ich wohne

Dieses Gefäß heißt Körper. Es ist wirklich schwer in ihm zu leben. Wenn man mich fragen würde wie es ist einen Körper zu haben und dies mit drei Wörtern zu beschreiben, dann würde ich sagen: Schmerz, unförmig, fremd. An die ständigen Schmerzen, habe ich mich gewöhnt. Nur was wirklich schwer auszuhalten ist, ist das Körpergefühl. Wenn jemand flubber von Disney kennt, weiß dieser ungefähr, wie mein Körpergefühl ist. Unförmig. Sobald die Emotionen fordern geraten alle Körperteile durcheinander und so fühlt es sich dann an. Ein wirrer Haufen.

Wie würdet ihr das mit drei Worten beschreiben?

Nach der Therapie

Der Sturm hat sich gelegt. Da war was los die letzten Tage. Heute in der Therapie kam raus, dass gewisse Sätze etwas ausgelöst haben und gleich eine böse Absicht dahinter gesehen wurde. S. wurde zum Feind deklariert, der verletzen will. Meine Therapeutin sagte es sei in solchen Fällen hilfreich bei der Kommunikation die Intention sichtbar zu machen. Er hat zum Beispiel jetzt erst etwas gesagt, bzw. es ist aus ihm heraus gebrochen um nicht zu verletzen. Es wurden aber Psychospiele und Manipulation vermutet, wie in der letzten Beziehung. Schutzschilde hochgefahren. In solchen Situationen könnte das helfen, wenn klar gedacht werden kann. Das kann ich. Aber was macht man mit dem ausgelösten Rest? Meine Therapeutin war sehr stolz über den Umgang mit den Triggern. Es ist mir irgendwie unangenehm was da so alles raus kam. Das ist aber vielleicht der Weg. Und ich bin ja auch froh, dass es diese Warnungen gibt, das hat mich ja schon aus vielen Situationen gerettet, wenn ich es selbst nicht sah. Meinte Therapeutin ist auch der Ansicht, dass er total ist mit sich selbst konfrontiert zu sein und sagt deswegen sowas wie mit den 10 min., weil er es nicht kennt überhaupt über solche Themen zu reden.

Ich traue mich gar nicht den letzten Beitrag zu lesen, aber werde nichts löschen. Ich bin so froh über diesen Blog und die Gemeinschaft hier. Ein Ort an dem alles sein darf, das im realen Leben unerwünscht ist, oder den Rahmen der „normalen Gesellschaft“ sprengt. Menschen, die andere Realitäten kennen. Wissen, wie es ist.

Das wird nichts

Keine Ahnung wie sie sich das vorstellt. Er hat gestern noch gesagt er hat das Gefühl er kann nicht er selbst sein, weil er immer versucht vorsichtig zu sein und mich nicht zu triggern. Äh, ja danke auch. Und heute hat er darum gebeten die Gespräche über den „hardcore stuff“ auf 10 min. pro Tag zu beschränken, da wir ja nicht unsere Therapeuten sind. Ja, ach was? Deswegen wird ja auch kaum überhaupt etwas erzählt, schon gar nicht über „hardcore stuff“ hahaha, wenn du wüsstest was für Abgründe sich da auf tun. Kannst du aber nicht, denn es zeigt sich ja wieder nur das brave Mäddchen.

Ich sehe das so: Wenn nochmal jemand sagt dass ich zu viel bin, drehe ich mich um und gehe. Denn: Anstatt mir das vor zu werfen. Ja verdammt, vielleicht bin ich/sind wir einfach viel? Und nur weil das wie ein Schimpfwort immer gegen die Stirn geklatscht wurde, muss das keine Beleidigung sein.

Ja, man, verdammt viel ist hier. Super Vielfalt.

DIE-NICHT-GELEBT-WERDEN-KANN-DURCH-MENSCHEN-WIE-DU-VOR-DENEN-NUR-WIEDER-VERSTECKT-WERDEN-MUSS

Würde ja nur zu gern mal das Gesicht der Menschen sehen, wenn ich mal den wirklichen hardcore stuff auspacke. Doch das steht nur in meiner Akte und wissen Therapeuten. Denn es geht in erster Linie um meinen/unseren Schutz und nicht darum, Menschen nicht zu überfordern. Also keine Sorge, ich erzähl bestimmt nichts. 😉 Kann aber passieren, dass du MEINEN Mittelfinger noch ein paar mal zu Gesicht bekommst.

Ich weiß, dass sich Normalität gewünscht wird, aber die Kuscheltiere verstecken, zaubert auch nicht auf wundersame Weise alle Probleme weg. Nur mal so.

Immer zu viel/zu intensiv sein

Gestern Nacht kurz vor dem Schlafen gehen brach etwas aus S. heraus. Ich weiß, dass wir ähnliche Erfahrungen mit unseren Eltern gemacht, was Vernachlässigung betrifft und dass er viel davon verdrängt. Ich sehe und spüre die Schutzmauer um ihn herum, lasse ihm Zeit und jede Faser meines Körpers versteht. Versteht niemand richtig an sich lassen zu können. Bei mir sind die zweifelnden Anteile aber nicht mit ihm in Kontakt. Momentan versuche ich das klar getrennt zu lassen, soweit es möglich ist, gehe aus dem Kontakt, sobald es kippt. Wenn Trigger auftauchen. Gestern gestand er mir, so viel Nähe wie mit mir überfordere ihn und das schon länger. Er habe aber nichts gesagt, weil er mir gerecht werden wollte. Seit ich denken kann klebe ich an einem Mann, wenn er da ist. Nicht auf sexuelle Art. Auf sehr liebevolle Art. Gleichzeitig so bedürftig, wie ein Kind, auf dem Arm seiner Eltern. Ich fand es mutig, dass er sich öffnete, trotzdem kippte es Innen und Weinen wurde laut. äußerlich war ich eingefroren. „Wieder zu viel reden, zu viel liebevolle Nähe und umarmen haben wollen. Wieder hören, dass es nur lästig ist und überfordernd.“ Ich fühlte mich verraten, denn als wir uns kennen lernten sagte er mir, dass er auch genau diese Art von Nähe bräuchte. Jetzt scheint es mir, dass er das nur sagte damit ich andocke. An ihn. Was ja erfolgreich geklappt hat. Häufig rede ich ihm momentan auch zu viel und bin zu aufgedreht. Dann wird auch das gedrosselt, oder ich schweige. Und es wird noch nicht mal alles ausgelebt und raus gelassen was da ist. Doch selbst das scheint schon zu viel.

Gestern nachdem alle Bilder, Trigger, Emotionen an mir vorbei gerauscht sind fragte ich mich, ob meine Vergangenheit meinen Umgang zu Nähe versaut hat. Dass ich einfach kein Maß finde. Ich bin Männer gewohnt,  mit denen ich ununterbrochen körperliche Nähe hatte, bis ich nicht mehr wusste, wo ich überhaupt anfange. Auch kindliches beruhigten, gleichzeitig missbräuchlich waren. Ich schämte mich in Grund und Boden, dass mein Bedürfnis nach Zuneigung ihn so überforderte. Ich bat ihr darum in Zukunft nur Nähe zu zu lassen wenn er dies auch wirklich wollte und dass wir uns einen triggerfreien Satz dafür überlegen könnten. Alles dreht sich und macht mich krank, wenn ich mir vorstelle, dass er mich gar nicht im Arm halten wollte und es trotzdem tat. Warum bin ich nur immer zu viel? heute fühle ich mich einfach nur schrecklich leer und gleichzeitig ernüchtert. Abgelehnt. Ungeliebt. Zu viel.

Er sagt er fühle häufig nichts, dass er auch nicht wirklich weiß, wer er ist. Der Kontakt zu mir holt das alles an die Oberfläche, weil ich mich nicht mit einem Fake-Lächeln zufrieden gebe. Weil ich dieses Lächeln, durch die Fratze meiner Mutter erkenne. Ich bin Fake-Lächeln Expertin. Er sagt er erzählt nichts mehr, weil es früher niemanden interessiert hat. Und heute kann er nicht mehr erzählen wenn jemand wirkliches Interesse hat, weil er denkt, dass das die Person nur aus Höflichkeit tut. Darin erkenne ich mich sehr wider. Trotzdem ist es wieder so, dass ich gegen die inneren Mauen einen Menschen laufe, warte, hoffe, bedürftig davor sitzen bleibe. Einsam.

Ich habe es geschafft in der Nacht alles was ausgelöst wurde zu beruhigen und ihn gebeten auf dem Sofa zu schlafen, um mich zu sortieren. Das klappt dann nur mit Innenorganisation wenn niemand neben mir ist. Ich sagte, ich müsse das alles erstmal Sacken lassen, dass ich es aber gut finde, dass er es schafft sich zu öffnen. Denn diese Mauern, vor den stand, kannte ich schon lange.

Ich weiß nur noch nicht ob mir das gefällt, was ich dahinter erblicke. Ich denke er wird mit seinen Themen eigentlich auch proffessionelle Hilfe brauchen. Ich weiß aber nicht, ob ich die Energie habe, das mit zu stemmen, wenn jetzt bei ihm vieles aufbricht. Am liebsten hätte ich ihn angeschrien und raus geschrien, was bei mir alles ist. Der Funktionsmodus am nächsten Morgen regelte alles wieder sachlich in alle Bahnen. Und stemme und stemme. Innerlich verkümmert währenddessen ganz leise etwas kindliches. Wieder nicht gehört und nicht gesehen. Scheiße, ich weiß nicht mal wie ich das hier selbst regeln soll.