Die Vergangenheit holt mich ein

Zu dem von früher hat sich vor einem halben Jahr ein neueres Früher gesellt. Die Geschichte mit meinem Exfreund habe ich verdrängt. Gestern brach sie durch eine Mail von jemandem, der mit ihm zum Kolleg ging und früher ein Freund von mir war, auf. Diesem Freund vertraute ich mich damals an und dieser sah nur sein eigenes Ego, da er angeblich in mich verliebt war. Ich brach den Kontakt ab.

Er schrieb, dass mein Exfreund ihn nach mir ausfragte, ob er noch Kontakt zu mir hätte und wie es mir geht. Dass er mit mir vor einer Weile eine sehr schöne Nacht verbracht hat…

Mir wurde kotzübel als ich das las. Wut auf ihn und Wut auf diesen Typen, der mir auch noch davon erzählt und ganz genau weiß, dass es für mich alles andere als schön war. Ich frage mich, was meinen Exfreund dazu bewegte ihm das so zu verkaufen, obwohl ich ihn damit konfrontierte und er mir eine Art Eingeständnis dazu gab. Ich habe mal gelesen, dass Narzissten, wenn sie keine Macht mehr über einen haben versuchen, das Umfeld der Person zu manipulieren. So war es auch nachdem ich mich trennte und in die Klinik flüchtete. Das ist mir alles egal gewesen, denn die wichtigen Leute haben die Lügen, die er verbreitete eh nicht geglaubt. Doch das ist etwas anderes. Versucht er krampfhaft zu glauben, es wäre okay gewesen und braucht ein Umfeld, das ihn bestätigt? Oder hat er Angst, dass ich es doch noch Anzeige und manipuliert die Leute, die davon wissen könnten? Es fühlt sich wie ein erneuter Kontrollverlust an.

Ich möchte nichts mehr über diesen Menschen wissen und aufarbeiten können irgendwann. Denn dieser Scheiß kommt noch zu dem ganzen anderen Scheiß von früher, den ich auch noch nicht verarbeitet habe.

 

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Schutzlos in einer Welt voller Schatten. Lass mich zurück auf Anfang, zurück in meine Blase, als ich dir noch nah war, Mama. Als mein Leben noch ein unbeschriebenes Blatt Papier war. Es ist dunkel hier.

Unfertig. Ich fühle mich so unfertig. Zu unterentwickelt um zu überleben. Schlangen fressen Lebensinhalt. Wie kann ich leben, wie kann ich überleben? Es ist dunkel hier. Ich habe Angst, Mama. Wo bist du?

Ich kann nicht zurück. Niemals mehr ein unbeschriebenes Blatt sein. Dir nah. Du hast mich auf diese Welt geworfen, ich  taumle blind.

Ich weiß nicht wie das geht: L-E-B-E-N.

Mit gemischten Gefühlen lese ich den Beitrag von gestern. Eigentlich sollte er gelöscht werden. Peinlich, diese Zusammenbrüche. Doch er bleibt. Mein Gefühl ist, dass ihn jemand geschrieben hat, der immer zensiert wurde. Heute verstehe ich diesen Zusammenbruch nicht und kann keinen Bezug dazu herstellen. Ich frage mich, wer da so schnell in Not kam. Ich bin froh, dass der „Keine Selbstverletzung-Vertrag“, den ich mit mir selbst geschlossen habe, mit den labilen Anteilen seit einem Jahr klappt (klar, Kopf gegen die Wand schlagen ist auch Selbstverletzung, aber das ist noch die „sanftere“ Form). Schlimmer ist es, morgens aufzuwachen und Schnitte an seinem Körper zu finden. Das zu realisieren und zu verzeihen hat lange gedauert. Das kam auch nur zu einer bestimmten Zeit vor, war aber wirklich gruselig. Da dachte ich noch ein Dämon wohnt in meinem Körper und will mich töten. Erleichtert bin ich auch, dass das Kopf gegen die Wand schlagen wahrgenommen wurde und der Körper sich in Schlafanzughose zum Krisendienst aufmachte. Dort wurde gefragt ob ich in die Klinik will. Zum Glück legte sich der Sturm nach einer Stunde und ich konnte erklären, dass das stark wechselt und ich jetzt auch schon wieder klar komme. Danach ging es wie gewohnt weiter, als wäre nichts gewesen.

Diese Verhaltensweisen wie Kopf gegen die Wand schlagen, sich kneifen, Wunden am Finger an die Heizung halten, kenne ich von mir als Kind und Jugendliche. Vermutlich war das neben der Dissoziation eine Strategie Situationen und Emotionen auszuhalten.

Wenn sich Schweigen wie Gewalt anfühlt

Vor einer Woche sagtest du mir noch am Telefon, du würdest nicht einfach so gehen. Jetzt sitze ich auf meinem Bett und schlage den Kopf gegen die Wand. Ich weiß, etwas stimmt mit mir nicht. Mit Verlust kann ich nicht umgehen. Von unklarem Verlust werde ich langsam aber sicher verrückt.

Kein Wort von dir und ich starre auf mein Telefon. Wieder und wieder, nur um immer wieder fest zu stellen, dass du keine Worte für mich hast. Keine Klärung. Die Menschen, die wir lieben haben so viel Macht über uns. Das wusste ich, als ich mich vor einem Jahr in dich verliebte. Und jetzt sitze ich wieder hier und schlage meinen Kopf gegen die Wand.

Nicht länger mundtot – Umgang mit Wut und Täterintrojekten

Nachdem ich meinen Vater sah, rief ich meine große Schwester an und sagte: „Bitte sag mir wer ich bin, ich weiß es gerade nicht mehr.“ Ein paar Stunden mit meinem Vater und meine ganze Wahrnehmung war verschoben. Im Kopf lief jetzt eine ganz neue Schallplatte „war doch gar nichts, warum mache ich eigentlich Therapie und will jetzt auch noch in die Klinik? Mega peinlich. Vielleicht hab ich ja eine Krankheit bei der man sich einbildet krank zu sein. Sowas wie Anteile existieren nicht. Scheiße, ich bin ein Hypochonder!“

Das hielt bis morgens an, zum Glück hatte ich vorgesorgt und gleich danach Therapie. Dort half mir meine Therapeutin die Wahrnehmung zu verändern. Es gibt also einen Anteil der leugnet und auch die Therapie verweigert.

Das Treffen überstand ich besser als erwartet und war wenig emotional. Morgens versuchte ich zu erreichen, dass ich kindliche Anteile nicht bei dem Treffen dabei sind, so wie letztes mal. Bis jetzt spüre ich sie nicht mehr und früher hat mich das oft in Panik versetzt. Ich hab keine Ahnung was da genau passiert ist. Jedenfalls konnte ich das Treffen gut händeln. Es ging um eine einmalige Geldsumme um die ich bat, um meine Schulden zu bezahlen, für die er mitverantwortlich ist. In dem letzten Jahr versuchte ich die Summe selbst auf zu treiben, was nicht annähernd ausreichte.

Das Treffen nutzte ich auch um zu fragen, ob er bereit wäre sich irgendwann, in Gegenwart meiner Therapeutin mit der Vergangenheit zu konfrontieren. Dass ich viel Wut in mir hätte, die raus will. Er wurde sehr still aber willigte ein. Niemals hätte ich erwartet, dass die Möglichkeit bestünde den ganzen Scheiß mal zum Absender zurück zu schicken. Ich habe aufgehört in Illusionen zu leben und weiß mittlerweile, dass er sich nicht ändert. Unsere Beziehung wird sich dadurch nicht ändern. Was ich mir erhoffe ist, dass ich eine Stimme bekomme. Dass endlich mal alles ausgesprochen wird in einem Rahmen, der mich unterstützt und nicht alles verdreht. Ich traue meiner Therapeutin zu, diese Gespräche mit mir zu führen. Ich möchte nicht mein ganzes Leben lang weiterhin an dieser Wut in mir ersticken. Es geht mir nicht um Rache, oder einen Schuldigen anzuprangern, sondern einen Raum für meine Wut zu bekommen um endlich besser atmen zu können.

Ich habe meine Eltern nie offen mit meiner Wut konfrontiert, weil ein Teil von mir sie gleichzeitig schützt. Mit ihren Schicksalen habe ich Mitleid und auch mit ihnen als Personen. Die Übergänge von Täter zu Opfer sind fließend. Ich hatte immer Angst, dass sie daran zerbrechen. Besonders meine Mutter lebt schon seit ich sie kenne am Rande einer Klippe. Ich wollte niemals die sein, dir ihr den letzten Schubs gibt.

Meine Therapeutin sagte mir, dass es vielleicht mal Zeit wird, dass sie fällt und dass ich jetzt an mich denken kann. An die aufgestaute Wut und den Schmerz, den ich immer gegen mich selbst richtete, anstatt gegen die Verursacher. Viel denke ich darüber nach, wie ein solches Treffen ablaufen könnte. Denn Dissoziation und Ohnmacht könnten mich wie immer mundtot machen. Ich überlege Briefe zu schreiben, die ich ihnen vorlese. Dass, wenn ich es nicht schaffe zu lesen, meine Therapeutin meine Stimme wird und meine Worte weiter liest.

Ich möchte einen Umgang mit diesen Täterintrojekten finden und es wird verdammt noch mal Zeit aufzuhören sie zu beschützen.

Stummer Schrei

Ich will schreien, einfach nur schreien. All den Schmerz aus meinem Inneren in ein Geräusch verwandeln. Das nicht mehr ignoriert werden kann, weil dieses Geräusch so unangenehm, so intensiv ist. Eine Frequenz zu schrill um es zu ertragen. Es wird die Menschen, die es hören, verstören. So wie es mich im Inneren verstört es nicht heraus schreien zu können. Niemals überhaupt schreien zu können. Wenn ich wütend bin, erstarre ich und kann gar nicht mehr sprechen. Nicht weil ich nichts mehr zu sagen hätte, sondern weil ich so viel zu sagen hätte. Ich frage mich, ob die Menschen um mich herum bleiben würden, wenn sie davon wüssten. Die Erfahrung sagt: Vermutlich nicht.

Wie oft schreie ich innerlich. Sage all die Dinge, die niemals heraus kommen dürfen. Deswegen erstarre ich, oder lächle und sage „ist schon okay“ während in mir ein unaufhörliche Sturm tobt.

Heute halte ich meinen Kopf über Wasser

Ich sitze im Bus nach Hause, von einer sehr anstrengenden Reise. Die Dissoziation weicht und ich nehme alles um mich herum wahr. Die Menschen, Häuser, das Getummel auf den Straßen. Mir wird dabei bewusst, wie selten diese klaren Momente sind. Seit wann bin ich eigentlich so stark? Diese Woche habe ich so viel schwierige Hürden genommen und mein Innenleben hat mich dabei unterstützt, anstatt zu brechen. Ich denke daran, dass ich mich vor ein paar Stunden von meiner Oma verabschiedete, die bald sterben wird. Ich war in dem Krankenhaus in dem ich geboren und später dreimal operiert wurde. An dem Ort, an dem ich so oft die Pille danach holte, bis eine Ärztin mit mir schimpfte. Dort wo mein Vater im Winter wegen eines Herzinfarktes war. Und nun meine Oma.

Es muss um die zwei Jahre her sein, dass ich zuletzt in der Stadt war, in der ich aufwuchs. So große Angst hatte ich davor wie es wohl sein würde wieder da zu sein. Dann kam alles ganz anders als gedacht. Meine Mondschwester, meine wahre Familie, holte mich vom Bahnhof ab und wir gingen frischen Saft trinken. Schon nach kurzer Zeit redeten wir darüber welche ulkigen Namen wir unseren Puppen damals gaben und waren dabei sehr ausgelassen. Dieses Band zwischen meiner Schwester und mir ist ewig. Lange Zeit konnte sie mir nichts geben, da sie selbst ausgebrannt war, doch heute machte sie ganz unverhofft einen Höllentag teilweise schön.

Wann bin ich eigentlich so verdammt stark geworden? Das Gefühl, das ich diesmal in dieser Stadt hatte war keine Angst, sondern ein Gefühl von „ich bin dir entwachsen“. Ich hatte Angst Menschen von früher zu begegnen, doch alles ging gut. In der Nacht vor meiner Reise schlief ich unruhig und träumte von meiner Mutter, die dort lebt. Viel habe ich heute an sie gedacht. Es ist ein neues Gefühl, das langsam in mir ankommt und die Erkenntnis, dass meine Eltern in der Gegenwart keinen Platz in meinem Leben haben. Mein Leben findet ohne sie statt. Die Wunden von früher heilen dadurch nicht schneller, aber für den Moment ist es leichter damit zu leben, dass sie jetzt keine Macht mehr über mich haben. Ich mache jetzt schöne Erfahrungen mit neuen Menschen.

Wann bin ich eigentlich so verdammt stark geworden?

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Emotionale Vernachlässigung

Manchmal ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dass sich Kinder in einer Notsituation befinden, in der es ihnen nur schwer möglich ist zu überleben. Häufig wird dann zuerst an körperliche und verbale Gewalt, oder sexueller Missbrauch gedacht. Wesentlich schwerer sind selbst für mich als Betroffene und mittlerweile Erwachsene, die anderen, kaum merklichen Dinge aufzudecken. Es geht um die emotionale Vernachlässigung.

Um nachvollziehen zu können und auch überhaupt anzuerkennen, in welcher Notsituation ich mich als Kind befunden habe, sagte mir meine Therapeutin ich sollte mir vorstellen wie es wäre, wenn ich Kinder hätte und ihnen sowas passieren würde. Wie es mir dabei gehen würde.

Die Fragen nach dem „was war da genau?“ drängen sich mir immer noch auf. Vielleicht werde ich es niemals erfahren, doch ein paar Dinge sind nun klar.

Ich sehe ein kleines Mädchen, vielleicht vier oder fünf Jahre alt, mit kurzen Haaren und einem breiten Grinsen im Gesicht. Sie war immer über die Maße fröhlich. Heute weiß ich nicht wieso, aber vielleicht lag es an der Fantasiewelt in ihrem Kopf. Und dem bloßen Wunsch von Mama und Papa geliebt zu werden wenn sie viel lächelt. Die Realität sieht so aus, dass ihre Mutter physisch anwesend war, aber psychisch nicht. Immer innerlich abwesend und trotzdem körperlich da. Verwirrend oder? Das war es für das Mädchen sicherlich auch. Ihr Vater war physisch abwesend und genauso emotional unerreichbar. Beide sind psychisch krank und unbehandelt. Die Mutter verweigert bis heute jede Hilfe. Das kleine, lächelnde Mädchen wollte so gern geliebt und gesehen werden. Die innere Verzweiflung darüber ist in ihr bis heute eingefroren. Das ständige Gefühl von Einsamkeit und Verlassenheit machen auch auf einmal sinn. Auch die große Verzweiflung wenn eine Bezugsperson im Hier und jetzt anwesend ist, doch innerlich abwesend. Neutrale Gesichter machen ihr mehr Angst als wütende. Denn diese geben überhaupt irgendeine Resonanz. Ich verstehe jetzt, warum sie sich in ihre Traumwelt zurückzog und ihre kleinen Schwestern sie lange Zeit als Mutterersatz sahen. Sie hätte Schutz gebraucht und vielleicht wäre alles was danach in ihrem Leben folgte niemals passiert.

Der Satz meiner Therapeutin „Man hätte sie in Obhut nehmen müssen. Sie hätten schon viel früher aus der Familie gemusst.“ ließ in mir alles vor Zustimmung und auch vor Schmerz aufschreien. Denn das war immer mein heimlicher Wunsch, den ich niemals laut aussprach. Ich hätte wenigstens eine erwachsene Bezugsperson gebraucht. Egal ob Erzieher, Oma, Lehrer, Tante. Wer auch immer, doch da war NIEMAND.

Ja, mir ist bewusst, dass ich dieses Mädchen bin, die das alles erlebte, dennoch erlebe ich es nicht als Einheit und um nach zu empfinden, wie es der Kleinen ging, hilft eine Beobachterperspektive.

Unangenehme Smalltalkfragen

Ich fürchte mich vor sozialen Interaktionen. Nicht mit den Menschen, denen ich vertraue und welche mich gut kennen. Was ich meine sind die üblichen Smalltalkfragen, bei denen es nach einem Rating geht und nicht um die Persönlichkeit. Bei diesem Rating falle ich gesellschaftlich durch.

„Studierst du?“ fragte die Freundin meines Mitbewohners gestern. Nein, ich studiere nicht. Gehe auch nicht mehr zur Schule, seit ich letztes Jahr in der Klinik war. Wie erkläre ich wildfremden Menschen, was ich gerade mache, ohne mich dabei mehr zu entblößen, als ich will? Ich erklärte, dass ich gerade eine gesundheitliche Auszeit nehme. Sie selbst studiert Wirtschaftspsychologie und macht gerade ein „gap year“. Na, das klingt doch gesellschaftlich anerkannter.

„Wirtschaftspsychologie also, das ist wohl der Bereich in der Psychologie in dem man ganz schön viel verdienen kann…“ sagte ich. „Haha, ja, das sagen meine Eltern auch immer. Was möchtest du denn machen?“ Gegenfrage ups. Was sage ich? „Kunsttherapie interessiert mich, aber Geld ist mir dabei eigentlich nicht so wichtig…“

Nach diesem Gespräch, was für andere von außen normal erscheint, hatte ich einen hochroten Kopf und nassgeschwitzten Körper. Diese Art von Gesprächen hinterlassen einen bitteren Geschmack von Minderwertigkeit zurück, welcher mich wütend macht. Ich bin so viel cooler als das, was in diesen Gesprächen aber nicht zählt. Vorzuweisen habe ich nur die Lücken in meinem Lebenslauf und Praxiserfahrung… als Patient.

Smalltalk habe ich schon immer gehasst und vermeide dadurch häufig Gespräche. Danach frage ich mich immer, hätte ich etwas antworten können mit dem ich mich weniger einem Vergleich unterzogen hätte? Und warum schäme ich mich dafür? Muss ich überhaupt antworten? Zurzeit habe ich selbst den ganz großen Wunsch nach Normalität in Form von einem Studium, doch lässt meine Belastbarkeit es noch nicht zu. Das wird mir in solchen Momenten besonders schmerzhaft bewusst. Mit welchen anderen Aufgaben ich in meinem Alter konfrontiert bin. Dass die Traumafolgestörung jeden Bereich meines Lebens einnimmt.

 

 

Die Vorstellung von Sicherheit ist eine Illusion

Und plötzlich finde ich mich in einer Situation wieder, in der ich mich schon so viele Male befunden habe. Darüber zu weinen habe ich verlernt, oder ganz einfach gelernt, dass es nichts bringt. Menschen gehen weg. Das kann ganz plötzlich geschehen und es drängt sich mir die Frage auf, was denn mit mir nicht stimmt, dass Menschen, denen ich anfange zu vertrauen, von mir zurückweichen.

Deine Worte, dass ich einfach Abstand von dir halten soll, haben gestern mein Herz zerschnitten. Dieser pochende, schon so oft verstümmelte Klumpen in meiner Brust tut wieder weh. Du sehnst dich nach Normalität, die ich dir nicht bieten kann. Anfangs bin ich die Trophäe, das besondere und hübsche Ding. So lange ich funktioniere werde ich bestaunt und bewundert. Doch wer länger an meiner Seite bleibt, betritt auch die andere Welt aus alten Schatten. Ich kann es dir nicht mal verübeln, das nicht länger auszuhalten. So gerne würde ich auch die Notausgang-Tür aus meinem Leben nehmen.

Doch weißt du was? Scheiß auf dich, scheiß auf alle die sich immer wieder verpissen. Die mir ihre Idealvorstellungen ohne zu fragen übergestülpt haben, die ich einfach nicht bin. Diese Welt ist eben nicht rosarot, sondern manchmal blutrot. Geh doch zurück in die Welt, die alles was nicht der Norm entspricht, aussperrt. Ich bin es so leid mich zu verstecken.